Wann er aufgestellt wird
Hier gehen die Länder auseinander, und beide Seiten halten sich für die vernünftige. In Deutschland steht der Baum vielerorts schon Mitte Dezember, geschmückt und beleuchtet. In der Schweiz und in Österreich bleibt der 24. Dezember häufiger der Tag, an dem er überhaupt erst ins Zimmer kommt – oft geschmückt hinter verschlossener Tür, während die Kinder spazieren geschickt werden. Kirchlich betrachtet beginnt Weihnachten am 24. Dezember; der Baum darf also mit gutem Gewissen warten. Praktisch betrachtet hält eine frisch geschlagene Nordmanntanne drei bis vier Wochen – wer sie am 8. Dezember holt, hat an Neujahr noch Nadeln.
Die Reihenfolge, die funktioniert
- Aufstellen und ausschütteln lassen. Der Baum braucht ein paar Stunden im warmen Zimmer, bis sich die Äste senken. Wer sofort schmückt, hängt später alles nach.
- Lichter zuerst – von innen nach außen, entlang der Äste statt in Ringen außen herum. So bekommt der Baum Tiefe. Kabel Richtung Stamm, Stecker unten.
- Große Stücke als Nächstes: Strohsterne, Holzfiguren, Zapfen. Sie geben die Struktur vor.
- Kugeln danach, große weiter unten und innen, kleine oben und außen. Das lässt den Baum schlanker wirken.
- Zum Schluss Lametta oder Engelshaar in einzelnen Strähnen – und der Stern oder die Spitze zuoberst.
Wie lang muss die Lichterkette sein?
Das ist die Frage, die im Laden zu spät kommt. Sie lässt sich ausrechnen, und zwar ohne Erfahrungswert: Ein Baum ist ein Kegel. Wer die Kette in Windungen mit etwa 25 Zentimeter Abstand führt, braucht pro Windung genau einen Umfang – und der nimmt nach oben ab. Die Summe aller Windungen ist die Länge der Kette. Dazu kommt ein Meter bis zur Steckdose.
| Baumhöhe | Breite unten | Lichterkette | Anhänger |
|---|---|---|---|
| 1 m | 0,67 m | 5,5 m | 9 |
| 1,25 m | 0,83 m | 8 m | 13 |
| 1,5 m | 1 m | 10,5 m | 16 |
| 1,75 m | 1,17 m | 14 m | 20 |
| 2 m | 1,33 m | 18 m | 23 |
| 2,5 m | 1,67 m | 27,5 m | 30 |
Vier Spalten, damit die Tabelle auch auf einem schmalen Bildschirm ganz hineinpasst; die Zahl der Windungen steht in der Regel darunter. Letzte Spalte: wie viele Anhänger in die Kinderzone passen – die untersten dreißig Zentimeter, ein Anhänger alle fünfzehn.
Gerechnet mit einer Breite unten von zwei Dritteln der Höhe – das trifft auf eine gewachsene Nordmanntanne ungefähr zu. Ist Ihr Baum schmaler, messen Sie den Durchmesser unten nach und rechnen selbst: Windungen = Höhe geteilt durch 0,25, und die Länge ist die halbe Zahl der Windungen mal Umfang unten, also Windungen ÷ 2 × 3,14 × Durchmesser. Nach oben wird der Umfang kleiner, darum nur die Hälfte. Angaben auf der Packung meinen die Kabellänge, nicht die Leuchtlänge – die ersten anderthalb Meter sind oft Zuleitung ohne Lichter.
Was Kinder wirklich machen können
Der Klassiker ist bekannt: unten hängt alles dicht an dicht, oben ist der Baum leer. Zwei Auswege haben sich bewährt. Der erste: die unteren dreißig Zentimeter ausdrücklich zur Kinderzone erklären – dort hängt, was die Kinder wollen, so viel sie wollen. Wie viel dort überhaupt Platz hat, steht in der letzten Spalte der Tabelle oben: bei einem Anhänger alle fünfzehn Zentimeter sind es bei einem Baum von anderthalb Metern rund ein Dutzend. Der zweite: eine Kiste mit unzerbrechlichem Schmuck (Holz, Filz, Stroh, Salzteig) und eine mit dem empfindlichen für Erwachsene. Selbstgemachtes hängt ohnehin am liebsten: Strohsterne, Papiersterne, Schmuck aus Naturmaterial und getrocknete Orangenscheiben.
Kekse am Baum sind eine eigene Tradition – und schmecken nach drei Wochen Zimmerluft nach Zimmerluft. Wer sie aufhängen will, backt sie extra hart und rechnet damit, dass sie Deko sind, nicht Vorrat.
Damit er länger frisch bleibt
- Vor dem Aufstellen zwei Zentimeter vom Stamm absägen, dann zieht der Baum wieder Wasser.
- Ständer mit Wasser und täglich nachfüllen – ein Baum trinkt in den ersten Tagen bis zu einem Liter.
- Weg von der Heizung und aus der Zugluft, das verdoppelt die Haltbarkeit.
- Echte Kerzen nur mit Eimer Wasser in Reichweite, nie an den untersten Ästen, nie unbeaufsichtigt – und niemals neben Watte oder Papierschmuck.
Und danach
Ausgeräumt wird meist am 6. Jänner, in manchen Gegenden erst am 2. Februar. Der Baum selbst geht in die Grünabfuhr oder an die örtliche Sammelstelle; die Äste eignen sich davor noch als Winterschutz für Pflanzentöpfe. Woher der Brauch überhaupt kommt, steht unter Der Weihnachtsbaum.
Häufige Fragen
Wann stellt man den Baum auf?
In Deutschland oft Mitte Dezember, in der Schweiz und in Österreich häufig erst am 24. Dezember. Beides ist richtig – frisch geschlagen hält ein Baum drei bis vier Wochen.
Wie lang muss die Lichterkette für einen 1,50-m-Baum sein?
Rund 10,5 Meter, bei einem Baum von zwei Metern rund 18 Meter. Gerechnet mit Windungen im Abstand von 25 Zentimetern und einem Meter Zuleitung; die Tabelle oben auf der Seite zeigt alle Höhen. Auf der Packung steht die Kabellänge – die ersten anderthalb Meter sind oft Zuleitung ohne Lichter.
Lichter zuerst oder Kugeln zuerst?
Immer die Lichter zuerst, von innen nach außen entlang der Äste. Danach die großen Stücke, dann die Kugeln, ganz zuletzt Lametta und Spitze.
Wie bleibt der Baum länger frisch?
Zwei Zentimeter vom Stamm absägen, in einen Ständer mit Wasser stellen, täglich nachgießen und ihn nicht direkt neben die Heizung stellen.
Wann wird der Baum abgeschmückt?
Meist am 6. Jänner zum Dreikönigstag. In katholisch geprägten Gegenden bleibt er bis Mariä Lichtmess am 2. Februar stehen.
Stand: 12. Oktober 2026
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