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Wie der Baum in die Stube kam

Ein Baum im Wohnzimmer – eigentlich eine verrückte Idee. Wie sie entstand und die halbe Welt eroberte.

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Grün gegen den Winter

Immergrüne Zweige holten sich die Menschen schon lange vor dem Christentum ins Haus: als Zeichen, dass das Leben den Winter übersteht. Aus Zweigen wurden ganze Bäumchen – die frühesten Belege für geschmückte Weihnachtsbäume stammen aus dem 16. Jahrhundert aus dem Elsass und der Nordschweiz; Zünfte stellten Bäume auf, behängt mit Äpfeln, Nüssen und Gebäck, das die Kinder nach dem Fest «abernten» durften.

Vom Luxus zum Familienfest

Lange war der Baum ein Fest der Wohlhabenden – Tannen waren teuer, Kerzen erst recht. Im 19. Jahrhundert eroberte er die Bürgerstuben, wanderte mit Auswanderern nach Amerika und mit Prinzgemahl Albert nach England, wo ein einziges Bild der königlichen Familie am Baum den Brauch im ganzen Land entfachte. Der Schmuck wandelte sich mit: von Äpfeln (den Vorfahren unserer roten Kugeln) über Glaskugeln aus Thüringen bis zu Lametta und elektrischen Kerzen.

Tanne, Fichte – und der Baum, der spricht

Heute stehen allein in der Schweiz, Deutschland und Österreich jedes Jahr Millionen Bäume in den Stuben, meist Nordmanntannen, die ihre Nadeln am längsten halten. Geblieben ist vom alten «Abernten» der Brauch, Essbares an den Baum zu hängen – Lebkuchen etwa oder Orangenscheiben. Und das Lied dazu singt man seit 1824: «O Tannenbaum».

Häufige Fragen

Seit wann gibt es geschmückte Weihnachtsbäume?

Belegt seit dem 16. Jahrhundert im Elsass und in der Nordschweiz – damals mit Äpfeln, Nüssen und Gebäck behängt. In die breiten Wohnstuben kam der Baum im 19. Jahrhundert.

Warum hängt man Kugeln an den Baum?

Die Glaskugel ist die haltbare Nachfolgerin des Apfels, der ursprünglich am Baum hing. Erfunden wurde sie im 19. Jahrhundert von Glasbläsern in Thüringen.

Und wenn die Antwort persönlich wäre?

Die Postfilialen antworten mit einem vorgedruckten Brief für alle Kinder – schön, aber eben für alle gleich. Zauberpost macht das andere: der Nikolaus spricht in einer Videobotschaft dein Kind mit Namen an, nennt, was es dieses Jahr erlebt hat, und antwortet auf das, was im Brief stand. Dazu ein gesiegelter Brief auf Papier und ein gravierter Holzanhänger, der das Video am Christbaum wieder abspielt.

So funktioniert’s