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Die Rentiere vom Nikolaus

Acht Namen stehen seit 1823 fest, der neunte kam erst 116 Jahre später dazu. Und dann ist da noch die Frage, die kein Kind erwartet: Sind es überhaupt Männchen?

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Die acht Namen

Sie stehen alle in einem einzigen Gedicht: «A Visit from St. Nicholas», anonym erschienen am 23. Dezember 1823 in der Zeitung «Troy Sentinel» im Staat New York und später Clement Clarke Moore zugeschrieben. In dieser Reihenfolge ruft der Weihnachtsmann sie:

  1. Dasher – der Stürmer
  2. Dancer – der Tänzer
  3. Prancer – der Stolzierer
  4. Vixen – die Füchsin
  5. Comet – der Komet
  6. Cupid – Amor
  7. Donner – im Original «Dunder»
  8. Blitzen – im Original «Blixem»

Die letzten beiden hießen ursprünglich Dunder und Blixem – niederländisch für Donner und Blitz, passend zu den niederländischen Wurzeln des Sinterklaas in New York. Im Lauf des 19. Jahrhunderts wurden daraus die deutschen Wörter. Wer das wann geändert hat, ist nicht geklärt: Die Quellen widersprechen sich, und noch eine Ausgabe von 1912 druckte «Donder and Blitzen».

Feste deutsche Namen gibt es nicht. Auch im deutschen Sprachraum werden die englischen benutzt; die Übersetzungen oben sind Bedeutungsangaben, keine überlieferten Namen.

Und Rudolph?

Rudolph gehört nicht dazu – er ist 116 Jahre jünger. Erfunden hat ihn 1939 Robert Lewis May, Werbetexter beim Kaufhauskonzern Montgomery Ward in Chicago, für ein Heftchen, das der Konzern in jener Saison millionenfach an Kinder verschenkte. Zwei andere Namen waren vorher im Gespräch: Rollo und Reginald. Erst 1947 überließ das Kaufhaus May die Rechte, und 1949 machte das Lied von Johnny Marks, gesungen von Gene Autry, die rote Nase weltberühmt.

Das erklärt auch, warum Rudolph auf den alten Bildern fehlt: Er kommt nicht aus einem Gedicht, sondern aus einer Werbebroschüre.

Was echte Rentiere können

  • Sie sehen ultraviolett. Rentiere nehmen Licht bis etwa 320 Nanometer wahr, weit über das menschliche Auge hinaus. Flechten – ihre Winternahrung – schlucken UV-Licht und heben sich dadurch als dunkle Flecken vom Schnee ab.
  • Ihre Hufe wechseln mit der Jahreszeit. Im Sommer sind die Ballen weich und schwammig, im Winter schrumpfen sie, und der harte Hornrand tritt hervor – eine eingebaute Schneekralle.
  • Sie klicken beim Gehen. Das Geräusch kommt nicht von den Hufen, sondern von Sehnen, die über die Fußknochen gleiten.
  • Die Nase ist tatsächlich besonders. Eine Untersuchung im «British Medical Journal» von 2012 zählte in der Nasenschleimhaut rund ein Viertel mehr feine Blutgefäße als beim Menschen. Sie wärmen die eisige Atemluft vor.

Die Frage, die Kinder gerne stellen

Rentiere sind die einzige Hirschart, bei der auch die Weibchen ein Geweih tragen. Und der Zeitpunkt ist entscheidend: Männchen werfen ihr Geweih im Spätherbst ab, Weibchen behalten es den ganzen Winter über. Ein Rentier, das am 24. Dezember ein Geweih trägt, ist also entweder weiblich – oder ein kastriertes Männchen, das seines ebenfalls länger behält und in der Rentierhaltung gerade deshalb gern eingespannt wird.

Ein Beweis ist das nicht, nur ein Schluss aus alten Zeichnungen. Aber es ist die Sorte Beobachtung, mit der ein Kind am Familientisch alle anderen schlägt.

Zum Weiterlesen

Wo Nikolaus laut Überlieferung wohnt, steht bei Wo wohnt der Weihnachtsmann; wie der rote Mantel entstand, bei Warum der Weihnachtsmann rot ist. Wer selbst Post schicken will, findet die Adressen bei Brief an den Nikolaus: alle Adressen.

Häufige Fragen

Wie heißen die Rentiere vom Nikolaus?

Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner und Blitzen. Alle acht stehen im Gedicht «A Visit from St. Nicholas» von 1823; die letzten beiden hießen dort noch Dunder und Blixem.

Gehört Rudolph zu den acht Rentieren?

Nein. Rudolph entstand erst 1939, erfunden von Robert Lewis May für ein Werbeheftchen des Kaufhauses Montgomery Ward. Berühmt wurde er 1949 durch das Lied von Johnny Marks.

Sind die Rentiere vom Nikolaus weiblich?

Vieles spricht dafür. Männliche Rentiere werfen ihr Geweih im Spätherbst ab, Weibchen behalten es den ganzen Winter. Ein Rentier mit Geweih am 24. Dezember ist also weiblich oder ein kastriertes Männchen. Bewiesen ist es nicht – es ist ein Schluss aus alten Bildern.

Haben Rentiere wirklich eine rote Nase?

Nicht leuchtend rot, aber stark durchblutet: Eine Untersuchung im British Medical Journal zählte 2012 rund ein Viertel mehr feine Blutgefäße in der Nasenschleimhaut als beim Menschen. Sie wärmen die kalte Atemluft vor.

Und wenn die Antwort persönlich wäre?

Die Postfilialen antworten mit einem vorgedruckten Brief für alle Kinder – schön, aber eben für alle gleich. Zauberpost macht das andere: der Nikolaus spricht in einer Videobotschaft dein Kind mit Namen an, nennt, was es dieses Jahr erlebt hat, und antwortet auf das, was im Brief stand. Dazu ein gesiegelter Brief auf Papier und ein gravierter Holzanhänger, der das Video am Christbaum wieder abspielt.

So funktioniert die Zauberpost

Nur die Videobotschaft, ohne Brief und Anhänger? Video vom Nikolaus ansehen

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