Der Text
Maria durch ein Dornwald ging,
Kyrie eleison.
Maria durch ein Dornwald ging,
der hat in sieben Jahrn kein Laub getragen.
Jesus und Maria.
Was trug Maria unter ihrem Herzen?
Kyrie eleison.
Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen,
das trug Maria unter ihrem Herzen.
Jesus und Maria.
Da haben die Dornen Rosen getragen,
Kyrie eleison.
Als das Kindlein durch den Wald getragen,
da haben die Dornen Rosen getragen.
Jesus und Maria.
Wie soll dem Kind sein Name sein?
Kyrie eleison.
Der Name, der soll Christus sein,
das war von Anfang der Name sein.
Jesus und Maria.
Wer soll dem Kind sein Täufer sein?
Kyrie eleison.
Das soll der Sankt Johannes sein,
der soll dem Kind sein Täufer sein.
Jesus und Maria.
Was kriegt das Kind zum Patengeld?
Kyrie eleison.
Den Himmel und die ganze Welt,
das kriegt das Kind zum Patengeld.
Jesus und Maria.
Text und Melodie sind gemeinfrei. Gesungen werden meist nur die ersten drei Strophen.
Was das Lied erzählt
Das Bild ist in drei Strophen erzählt und braucht keine Erklärung, um zu wirken: Ein Wald, der seit sieben Jahren tot ist. Eine Frau, die hindurchgeht. Und in dem Moment, in dem sie mit dem Kind unter dem Herzen vorbeikommt, blühen die dürren Dornen. Sieben Jahre stehen in der biblischen Bildsprache für eine vollständige, abgeschlossene Zeit – hier für alles, was leblos geworden ist. Der Advent ist in diesem Lied kein Warten auf Geschenke, sondern die Vorstellung, dass Totes wieder blühen kann.
Auffällig ist, was fehlt: kein Stall, kein Stern, keine Hirten. Das Lied bleibt vor der Geburt stehen – es ist ein reines Adventslied, kein Weihnachtslied. Der wiederkehrende Ruf «Kyrie eleison» («Herr, erbarme dich») stammt aus der Liturgie und macht aus dem Lied eher ein Gebet als eine Erzählung.
Woher es stammt
Aufgezeichnet wurde das Lied erst 1850, in der Sammlung «Geistlicher Volkslieder» von August von Haxthausen – als Wallfahrtslied aus dem Eichsfeld in Thüringen. Wie alt es davor schon war, weiß niemand; die Sprache deutet auf das 16. oder 17. Jahrhundert. Bekannt wurde es erst im 20. Jahrhundert über die Jugendbewegung, und heute gehört es zum festen Bestand der Adventskonzerte. Die Melodie steht in Moll – sie hebt sich damit deutlich von den meisten anderen Weihnachtsliedern ab, was einen Teil ihrer Wirkung erklärt.
Zum Singen
Die Melodie ist einfach und liegt tief – sie gelingt auch Menschen, die «Stille Nacht» zu hoch finden. Weil jede Strophe demselben Muster folgt (Frage, Kyrie, Antwort, Wiederholung, Schluss), lernen Kinder sie schnell mit. Wer sie begleiten will, kommt mit drei Akkorden aus. Verwandte Lieder in derselben ruhigen Art sind Es ist ein Ros entsprungen und Macht hoch die Tür; Noten zum Ausdrucken stehen bei den Weihnachtsliedern mit Noten.
Häufige Fragen
Wie viele Strophen hat «Maria durch ein Dornwald ging»?
Überliefert sind sechs Strophen. Gesungen werden meist nur die ersten drei – sie enthalten das ganze Bild vom dürren Wald, der zu blühen beginnt.
Was bedeuten die sieben Jahre?
Sieben steht in der biblischen Bildsprache für eine vollständige, abgeschlossene Zeit. Der Wald ist also nicht zufällig kahl, sondern gründlich und endgültig – und blüht trotzdem wieder auf.
Ist es ein Advents- oder ein Weihnachtslied?
Ein Adventslied. Maria ist noch unterwegs, das Kind noch nicht geboren – Stall, Stern und Hirten kommen im Text gar nicht vor.
Woher stammt das Lied?
Erstmals gedruckt wurde es 1850 als Wallfahrtslied aus dem Eichsfeld in Thüringen. Text und Melodie sind deutlich älter, das genaue Alter ist unbekannt.
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Und wenn die Antwort persönlich wäre?
Die Postfilialen antworten mit einem vorgedruckten Brief für alle Kinder – schön, aber eben für alle gleich. Zauberpost macht das andere: der Weihnachtsmann spricht in einer Videobotschaft dein Kind mit Namen an, nennt, was es dieses Jahr erlebt hat, und antwortet auf das, was im Brief stand. Dazu ein gesiegelter Brief auf Papier und ein gravierter Holzanhänger, der das Video am Weihnachtsbaum wieder abspielt.
So funktioniert die Zauberpost