Text: Friedrich Spee, 1622 · Melodie: anonym, in dieser Fassung 1666 · gemeinfrei
herab, herab vom Himmel lauf,
reiß ab vom Himmel Tor und Tür,
reiß ab, wo Schloss und Riegel für.
Überliefert sind sechs Strophen, in den Gesangbüchern stehen meist fünf. Sie werden nach und nach ruhiger – die letzte ist ein Dank.
Warum es so drängt
Der Text erschien 1622 in Würzburg, mitten im Dreißigjährigen Krieg. Das erklärt die Verben: reißen, laufen, abreißen. Hier wartet niemand geduldig auf Weihnachten; hier wird an eine verschlossene Tür geschlagen. Die vier ersten Zeilen enthalten dreimal dasselbe Wort – das ist keine Ungeschicklichkeit, sondern Absicht.
Geschrieben hat es Friedrich Spee, Jesuit, Dichter und Verfasser einer der schärfsten zeitgenössischen Schriften gegen die Hexenprozesse. Von ihm stammt auch Zu Bethlehem geboren, das ganz anders klingt: leicht, tänzerisch, fast heiter.
Die Melodie
Zuerst wurde der Text auf eine ältere lateinische Weise gesungen. Die Melodie, die heute dazugehört, erschien 1666 in einem Augsburger Gesangbuch. Sie ist schmucklos und geht kaum in die Höhe – das Lied lebt vom Text, nicht vom Klang.
Wann man es singt
Am Anfang des Advents, wenn es früh dunkel wird. Es passt zu Macht hoch die Tür, das dieselbe Bitte in freundlichere Bilder fasst, und zu Es kommt ein Schiff, geladen. Noten stehen bei den Weihnachtsliedern mit Noten.
Häufige Fragen
Wer hat «O Heiland, reiß die Himmel auf» geschrieben?
Friedrich Spee. Der Text erschien 1622 in Würzburg, mitten im Dreißigjährigen Krieg. Die heute gesungene Melodie kam erst 1666 dazu.
Warum klingt das Lied so drängend?
Wegen seiner Entstehungszeit und seiner Sprache: Es wurde im Dreißigjährigen Krieg geschrieben, und schon die erste Strophe verwendet dreimal das Wort «reißen». Hier wird nicht gewartet, hier wird an eine verschlossene Tür geschlagen.
Wie viele Strophen hat das Lied?
Überliefert sind sechs, in den Gesangbüchern stehen meist fünf. Sie werden von Strophe zu Strophe ruhiger; die letzte ist ein Dank.
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Und wenn die Antwort persönlich wäre?
Die Postfilialen antworten mit einem vorgedruckten Brief für alle Kinder – schön, aber eben für alle gleich. Zauberpost macht das andere: der Nikolaus spricht in einer Videobotschaft dein Kind mit Namen an, nennt, was es dieses Jahr erlebt hat, und antwortet auf das, was im Brief stand. Dazu ein gesiegelter Brief auf Papier und ein gravierter Holzanhänger, der das Video am Christbaum wieder abspielt.
So funktioniert die ZauberpostNur die Videobotschaft, ohne Brief und Anhänger? Video vom Nikolaus ansehen