Charles Dickens veröffentlichte «A Christmas Carol» am 19. Dezember 1843 in London. Die erste Auflage von sechstausend Stück war bis Heiligabend ausverkauft; bis Ende des folgenden Jahres erschienen dreizehn Auflagen. Dickens gliederte das Buch nicht in Kapitel, sondern in fünf «Staves» – Strophen, wie bei einem Lied.
Erste Strophe: Marleys Geist
Ebenezer Scrooge ist Geldverleiher und der geizigste Mann Londons. Er lässt seinen Angestellten Bob Cratchit im Kalten sitzen, weist die Einladung seines Neffen Fred zum Weihnachtsessen ab und schickt zwei Spendensammler weg. In der Nacht erscheint ihm der Geist seines sieben Jahre zuvor verstorbenen Geschäftspartners Jacob Marley – beladen mit Ketten, die er sich im Leben selbst geschmiedet hat. Er kündigt drei Geister an.
Zweite Strophe: der Geist der vergangenen Weihnacht
Er führt Scrooge zurück: in das Internat, in dem er als Kind allein zurückblieb, zu seiner Schwester Fan, zu seinem ersten Arbeitgeber Fezziwig, der jedes Jahr ein Fest für alle gab – und zu Belle, seiner Verlobten, die die Verbindung löste, weil ein anderes Bild an ihre Stelle getreten war: das Geld.
Dritte Strophe: der Geist der gegenwärtigen Weihnacht
Er zeigt, was in derselben Stunde anderswo geschieht. Bei den Cratchits wird aus fast nichts ein Festessen; der jüngste Sohn Tiny Tim ist krank und sagt trotzdem seinen Satz: «Gott segne uns alle.» Bei Fred wird gelacht – auch über Scrooge. Unter dem Mantel des Geistes kauern zwei ausgezehrte Kinder; sie heißen Unwissenheit und Not.
Vierte Strophe: der Geist der zukünftigen Weihnacht
Er spricht kein Wort. Er zeigt Menschen, die über einen Toten reden, ohne ihn zu bedauern, und Diebe, die den Nachlass eines Verstorbenen verkaufen. Bei den Cratchits fehlt ein Platz am Tisch. Am Ende steht Scrooge vor einem Grabstein mit seinem eigenen Namen.
Fünfte Strophe: der Morgen danach
Scrooge wacht am Weihnachtsmorgen auf und stellt fest, dass es noch derselbe Tag ist. Er schickt den größten Truthahn zu den Cratchits, spendet, geht zu Fred zum Essen, erhöht Bobs Lohn – und wird für Tiny Tim wie ein zweiter Vater. Tiny Tim, schreibt Dickens ausdrücklich, starb nicht.
Was das Buch verändert hat
Dickens hat Weihnachten neu erzählt: als Fest der Familie, der Großzügigkeit und des guten Essens – und nicht als reine Kirchenangelegenheit. Der Gruß «Merry Christmas» wurde durch ihn populär, «Bah! Humbug!» zur Redensart, und «Scrooge» ist im Englischen bis heute das Wort für einen Geizhals. Schon Anfang 1844 führte man einen Anstieg der Spenden auf das Buch zurück. Dickens selbst las die Geschichte über hundertzwanzigmal öffentlich vor.
Vorlesen mit Kindern
Ab etwa acht Jahren funktioniert die Geschichte gut – die drei Geister sind ein klares Gerüst, und jedes Kind versteht sofort, worum es geht. Die vierte Strophe mit dem Grabstein ist die düsterste; bei jüngeren Kindern lohnt es sich, sie zu kürzen und schnell zum Morgen danach zu kommen. Eine Vorleseabend-Einteilung, die sich bewährt hat: erste und zweite Strophe am ersten Abend, dritte am zweiten, vierte und fünfte am dritten.
Dickens starb 1870; der englische Text ist damit längst gemeinfrei. Auch mehrere ältere deutsche Übersetzungen sind frei und lassen sich online vollständig lesen – die erste erschien schon 1844, ein Jahr nach dem Original.
Weitere Klassiker zum Vorlesen stehen bei den Weihnachtsgeschichten, darunter Das Mädchen mit den Schwefelhölzern und Der Tannenbaum.
Häufige Fragen
Wie heißen die drei Geister bei Dickens?
Der Geist der vergangenen Weihnacht, der Geist der gegenwärtigen Weihnacht und der Geist der zukünftigen Weihnacht. Marleys Geist gehört nicht dazu – er kündigt die drei nur an.
Wann erschien «A Christmas Carol»?
Am 19. Dezember 1843 in London. Die erste Auflage von sechstausend Exemplaren war bis Heiligabend ausverkauft; bis Ende 1844 folgten dreizehn Auflagen.
Ab welchem Alter eignet sich die Geschichte?
Etwa ab acht Jahren. Die vierte Strophe mit dem Grabstein ist die düsterste – bei jüngeren Kindern kürzt man sie und kommt rasch zum Weihnachtsmorgen.
Wie hat Dickens Weihnachten verändert?
Er erzählte es als Fest der Familie, der Großzügigkeit und des gemeinsamen Essens. Der Gruß «Merry Christmas» wurde durch ihn populär, «Scrooge» wurde im Englischen zum Wort für einen Geizhals, und schon 1844 führte man steigende Spenden auf das Buch zurück.
Und wenn die Antwort persönlich wäre?
Die Postfilialen antworten mit einem vorgedruckten Brief für alle Kinder – schön, aber eben für alle gleich. Zauberpost macht das andere: der Nikolaus spricht in einer Videobotschaft dein Kind mit Namen an, nennt, was es dieses Jahr erlebt hat, und antwortet auf das, was im Brief stand. Dazu ein gesiegelter Brief auf Papier und ein gravierter Holzanhänger, der das Video am Christbaum wieder abspielt.
So funktioniert die ZauberpostNur die Videobotschaft, ohne Brief und Anhänger? Video vom Nikolaus ansehen