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Anisbrötli

Das einzige Plätzchen, das über Nacht auf dem Blech stehen bleiben muss. Genau daraus entsteht das helle Muster oben und das Füßchen unten.

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  • Aufwand: 30 Min. + 1 Nacht trocknen
  • Ergibt: ca. 45 Stück
  • Schwierigkeit: mittel
Zutaten für etwa 45 Stück
  • 4 zimmerwarme Eier
  • 500 g Puderzucker, gesiebt
  • 500 g Weizenmehl
  • 1 EL ganzer Anis
  • ½ TL Hirschhornsalz, in 1 TL Wasser aufgelöst (kann weggelassen werden)
  • 1 EL Kirsch, wenn gewünscht
  • Butter für die Bleche

Warum geschlagen wird, und zwar lange

Im Teig ist kein Fett und fast kein Triebmittel. Die ganze Lockerung kommt aus der Luft, die beim Schlagen in die Ei-Zucker-Masse gerät. Im Ofen dehnt sich diese Luft aus und drückt das Gebäck nach unten weg – das ist das Füßchen. Zu kurz geschlagen heißt: flach, hart, kein Füßchen.

So geht es

  1. Eier und Puderzucker mindestens 10 Minuten schlagen, bis die Masse deutlich heller, dick und cremig ist. Kirsch und aufgelöstes Hirschhornsalz daruntergeben.
  2. Mehl nur noch unterheben, nicht weiterschlagen. Der Teig ist weich und leicht klebrig.
  3. Teig etwa 1 cm dick ausrollen, Model gut mit Mehl bestäuben, fest aufdrücken, abheben und die Formen ausschneiden. Wer keinen Model hat, sticht mit einem Glas aus – das Füßchen entsteht trotzdem.
  4. Auf leicht gefettete Bleche legen, nicht auf Backpapier. Etwas Anis unter jedes Stück streuen.
  5. 12 bis 48 Stunden bei Raumtemperatur trocknen lassen, zugfrei. Fertig ist es, wenn sich die Oberfläche matt und papieren anfühlt und keinen Fingerabdruck mehr annimmt. Bei feuchtem Wetter dauert es länger.
  6. Bei 150 Grad Ober- und Unterhitze auf der untersten Schiene 15 bis 25 Minuten backen. Die Ofentür einen Spalt offen lassen, ein Holzlöffel im Spalt genügt: So bleibt die Oberseite weiß und das Muster scharf.

Sie dürfen oben nicht bräunen – nur das Füßchen wird hellgold. Ein Trick aus der Backstube: Kurz vor dem Backen die Unterseite auf einem feuchten Tuch anfeuchten. Sie wird dadurch wieder plastisch und geht sicher nach unten auf. Auf die Oberseite darf kein Wasser, sonst verläuft das Muster.

Wie das Füßchen entsteht

In einem Satz: Die Oberseite trocknet über Nacht zu einer festen Kruste, die sich im Ofen nicht mehr dehnen kann. Der noch feuchte Teig darunter weicht deshalb nach unten und zur Seite aus. Nebenbei sinken die schweren Bestandteile beim Trocknen ab – darum bleibt die Oberseite hell.

Hart ist kein Fehler

Anisbrötli sind ein Dauergebäck: kein Fett, viel Zucker, wenig Wasser. Sie werden hart und halten dafür monatelang. Wer sie weicher mag, legt eine dünne Apfelscheibe auf ein Stück Alufolie in die Dose, ohne dass sie das Gebäck berührt. Nach zwei bis drei Tagen sind sie weich. Den Apfel regelmäßig wechseln, sonst schimmelt er.

Anisbrötli oder Springerle?

Dasselbe Gebäck mit zwei Namen. In der Schweiz heißt es Anisbrötli, im süddeutschen Raum Springerle. Die schwäbischen Rezepte arbeiten fast immer mit Hirschhornsalz, die Schweizer oft ganz ohne Triebmittel – dann trägt allein der geschlagene Eischaum, und das Schlagen wird umso wichtiger.

Weitere Klassiker stehen bei den Weihnachtsplätzchen, das andere Anisgebäck bei den Chräbeli.

Häufige Fragen

Warum bekommen meine Anisbrötli kein Füßchen?

Zwei häufige Gründe: Die Masse wurde zu kurz geschlagen – es braucht mindestens zehn Minuten – oder die Stücke sind nicht lange genug getrocknet. Die Oberfläche muss sich matt und papieren anfühlen und darf keinen Fingerabdruck mehr annehmen.

Wie lange müssen Anisbrötli trocknen?

Zwölf bis achtundvierzig Stunden bei Raumtemperatur, zugfrei. Bei feuchtem Wetter dauert es länger. Getrocknet wird auf leicht gefetteten Blechen, nicht auf Backpapier.

Braucht man einen Model für Anisbrötli?

Nein. Mit Model bekommen sie ihr Muster, aber das Füßchen entsteht auch ohne. Wer keinen hat, sticht die Stücke mit einem Glas aus.

Wie werden harte Anisbrötli wieder weich?

Eine dünne Apfelscheibe auf ein Stück Alufolie in die Dose legen, ohne dass sie das Gebäck berührt. Nach zwei bis drei Tagen sind sie weich. Den Apfel regelmäßig wechseln, sonst schimmelt er.

Was ist der Unterschied zwischen Anisbrötli und Springerle?

Es ist dasselbe Gebäck. In der Schweiz heißt es Anisbrötli, im süddeutschen Raum Springerle. Die schwäbischen Rezepte verwenden meist Hirschhornsalz, die Schweizer oft gar kein Triebmittel.

Und wenn die Antwort persönlich wäre?

Die Postfilialen antworten mit einem vorgedruckten Brief für alle Kinder – schön, aber eben für alle gleich. Zauberpost macht das andere: der Weihnachtsmann spricht in einer Videobotschaft dein Kind mit Namen an, nennt, was es dieses Jahr erlebt hat, und antwortet auf das, was im Brief stand. Dazu ein gesiegelter Brief auf Papier und ein gravierter Holzanhänger, der das Video am Weihnachtsbaum wieder abspielt.

So funktioniert die Zauberpost

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