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Wichtel und Tomte

Bevor der Wichtel bei uns Türen im Kinderzimmer bekam, hütete er in Skandinavien jahrhundertelang den Hof – für eine Schüssel Milchreis.

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Tomte, Nisse, Wichtel

In Schweden heisst er Tomte, in Dänemark und Norwegen Nisse: ein kleiner alter Hausgeist mit grauem Kittel und roter Zipfelmütze, der nachts nach Hof und Tieren schaut – solange man ihn gut behandelt. Sein Lohn ist bescheiden und nicht verhandelbar: eine Schüssel Milchreis («risgrynsgröt») mit einem Stück Butter darauf, hingestellt in der Weihnachtsnacht. Wer die Butter vergisst, erlebt im nächsten Jahr allerlei kleine Missgeschicke – sagt der Brauch.

Vom Hofgeist zum Weihnachtswichtel

Im 19. Jahrhundert wuchs der Tomte mit den Weihnachtsbräuchen zusammen: Der «Jultomte» wurde in Schweden zum Gabenbringer, halb Hausgeist, halb Nikolaus. Von dort wanderte die Figur als Weihnachtswichtel zu uns – bis hin zur modernen Wichteltür, hinter der im Advent ein unsichtbarer Wichtel einzieht und kleine Spuren hinterlässt. Und die Grimmsche Verwandtschaft, die Schuhe näht statt Höfe hütet, steht bei den Wichtelmännern.

Der Milchreis-Brauch für zu Hause

Der einfachste Import aus dem Norden: In der Nacht vor Weihnachten stellt die Familie dem Wichtel ein Schälchen Milchreis mit Butter und Zimt vor die Tür – und siehe da, am Morgen ist es leer. Milchreis gibt es an dem Abend praktischerweise auch für alle anderen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Wichtel und Zwerg?

Zwerge wohnen im Berg und graben nach Schätzen, Wichtel wohnen bei den Menschen und helfen heimlich im Haus – gegen Respekt und Milchreis. Die Zipfelmütze tragen beide.

Woher kommt die Wichteltür?

Aus Skandinavien, wo der Nisse zum Haus gehört. Die Idee der kleinen Tür, durch die im Advent ein Wichtel «einzieht», wurde über Dänemark in den letzten Jahren auch bei uns beliebt.

Und wenn die Antwort persönlich wäre?

Die Postfilialen antworten mit einem vorgedruckten Brief für alle Kinder – schön, aber eben für alle gleich. Zauberpost macht das andere: der Samichlaus spricht in einer Videobotschaft dein Kind mit Namen an, nennt, was es dieses Jahr erlebt hat, und antwortet auf das, was im Brief stand. Dazu ein gesiegelter Brief auf Papier und ein gravierter Holzanhänger, der das Video am Christbaum wieder abspielt.

So funktioniert’s