Die kurze Antwort: In der Schweiz und in Österreich bringt traditionell das Christkind die Geschenke an Heiligabend, ebenso im Süden und Westen Deutschlands. Der Weihnachtsmann ist im Norden und Osten Deutschlands zuständig. Und weil Familien umziehen, Filme mitreden und Grosseltern ihre eigene Tradition mitbringen, gibt es längst jede Mischform – falsch ist keine.
Woher das Christkind kommt
Ausgerechnet der Reformator Martin Luther gab den Anstoss: Er wollte die Beschenkung weg vom Heiligentag des Nikolaus (6. Dezember) hin zur Christnacht verlegen – schenken sollte der «Heilige Christ» selbst. Daraus wurde mit der Zeit das engelsgleiche Christkind mit goldenen Locken, das niemand je beim Bringen sieht: Es klingelt nur das Glöcklein, wenn die Stube frei ist. Kurioserweise blieb das Christkind vor allem in katholischen Gegenden, während der protestantische Norden zum Weihnachtsmann wechselte.
Woher der Weihnachtsmann kommt
Er ist der jüngste der Gabenbringer: ein Nachfahre des Nikolaus über den niederländischen Sinterklaas und den amerikanischen Santa Claus, populär geworden im 19. Jahrhundert – das Lied «Morgen kommt der Weihnachtsmann» von 1835 zeigt, wie früh er in den Kinderzimmern ankam. Sein roter Mantel ist übrigens älter als die Werbung, die ihn später berühmt machte.
Und was sagt man den Kindern?
Am einfachsten: die eigene Familientradition – und Gelassenheit, wenn das Nachbarskind es anders erzählt. «Bei uns kommt das Christkind, bei Nino der Weihnachtsmann – sie teilen sich die Arbeit» hat schon viele Pausenplatz-Debatten befriedet.
Häufige Fragen
Wo bringt das Christkind die Geschenke?
In der Schweiz, in Österreich sowie im Süden und Westen Deutschlands – traditionell am Heiligabend, unsichtbar, mit einem Glöcklein als Zeichen.
Sieht man das Christkind?
Nie – das gehört zum Brauch. Es kommt nur, wenn niemand im Zimmer ist, und läutet das Glöcklein, wenn die Bescherung bereit ist.
Was, wenn Kinder fragen, wer denn nun «stimmt»?
Beide Figuren haben dieselbe Wurzel: das heimliche Schenken des heiligen Nikolaus. Diese Geschichte trägt weiter als jede Entweder-oder-Antwort.
Mehr aus «Bräuche & Wissen»
Alle: Bräuche & WissenDer echte NikolausSamichlaus & SchmutzliDer AdventskranzDer AdventskalenderBarbarazweigeDer WeihnachtsbaumDer MistelzweigDie Raunächte
Weitere Themen
Briefe & AdressenZum AusdruckenLieder & NotenGedichte & SprücheGeschichtenGuetzli & RezepteBastelnSpiele & Familie
Und wenn die Antwort persönlich wäre?
Die Postfilialen antworten mit einem vorgedruckten Brief für alle Kinder – schön, aber eben für alle gleich. Zauberpost macht das andere: der Samichlaus spricht in einer Videobotschaft dein Kind mit Namen an, nennt, was es dieses Jahr erlebt hat, und antwortet auf das, was im Brief stand. Dazu ein gesiegelter Brief auf Papier und ein gravierter Holzanhänger, der das Video am Christbaum wieder abspielt.
So funktioniert’s