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Schenken – Joachim Ringelnatz

Kein Text passt besser in eine Weihnachtskarte – und keiner bringt das Schenken klüger auf den Punkt.

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Joachim Ringelnatz (1883–1934) · gemeinfrei

Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten die Gaben wiegen,
sei dein Gewissen rein.
Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei,
was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack und Humor,
so dass die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
dass dein Geschenk
du selber bist.

Die Kunst, richtig zu schenken

Ringelnatz, der Seemann unter den deutschen Dichtern, fasst in vierzehn Zeilen zusammen, was jedes gute Geschenk ausmacht: Es soll etwas von einem selbst enthalten – Meinung, Geschmack, Humor. Die Schlusszeilen «dass dein Geschenk du selber bist» sind längst geflügeltes Wort. Wer sie zitiert, druckt sie am schönsten komplett mit den drei Strophen – oder legt sie einem selbst geschriebenen Brief bei.

Häufige Fragen

Von wem stammt «dass dein Geschenk du selber bist»?

Aus dem Gedicht «Schenken» von Joachim Ringelnatz (1883–1934). Seit 2005 ist sein Werk gemeinfrei.

Wofür eignet sich das Gedicht?

Für Weihnachtskarten, als Beilage zu Geschenken und als kurzer Vorlesetext für Erwachsene – es ist eher fürs Schmunzeln als fürs Kinderzimmer.

Und wenn die Antwort persönlich wäre?

Die Postfilialen antworten mit einem vorgedruckten Brief für alle Kinder – schön, aber eben für alle gleich. Zauberpost macht das andere: der Nikolaus spricht in einer Videobotschaft dein Kind mit Namen an, nennt, was es dieses Jahr erlebt hat, und antwortet auf das, was im Brief stand. Dazu ein gesiegelter Brief auf Papier und ein gravierter Holzanhänger, der das Video am Christbaum wieder abspielt.

So funktioniert’s