Vier gleiche Blätter, nur die Unterschrift am Fuß ist eine andere. Alles Folgende gilt für alle vier.
Woran Kinder merken, wer geschrieben hat
- Die Handschrift. Der häufigste Verräter. Mit der anderen Hand schreiben wirkt unbeholfen, aber nicht fremd – besser schreibt jemand, den das Kind nicht kennt: Nachbarin, Patin, Kollege im Büro.
- Der Stift. Kugelschreiber sieht nach Büro aus. Füller oder ein dunkelbrauner Fineliner sehen nach 1890 aus, und genau das ist die Idee.
- Das Wissen. Zu viel ist verdächtig. Der Weihnachtsmann weiß vom Schwimmabzeichen – aber nicht, was es letzten Dienstag zum Abendessen gab.
- Der Anlass zum Zweifeln. Ein kleiner Fehler hilft: ein durchgestrichenes Wort, ein Fleck, eine schiefe Zeile. Perfekte Briefe kommen aus dem Drucker.
- Der Weg. Ein Brief, der einfach auf dem Tisch liegt, ist ein Brief von den Eltern. Einer, der im Briefkasten steckt oder morgens am Fenster klebt, ist einer vom Weihnachtsmann.
Ein Beispieltext zum Abschreiben
Liebe Mia,
ich habe deinen Brief bekommen – er lag ganz oben auf dem Stapel, weil der Umschlag so schön gemalt war.
Dass du dieses Jahr schwimmen gelernt hast, habe ich mir gleich notiert. Ohne Schwimmflügel, hat mir ein Wichtel gesagt. Das schaffen nicht viele im ersten Anlauf.
Grüß mir Pauli. Sag ihm, ich habe auch schon Gurke gegessen.
Deine Wünsche liegen bei mir in der Werkstatt. Ich verspreche nichts – aber ich gebe mir Mühe.
Und pass gut auf deine Oma auf.
Dein Weihnachtsmann
Die Regel dahinter: ein Satz zum Brief des Kindes, ein Satz über etwas, das nur in der Familie bekannt ist, ein Satz über die Wünsche – ohne Versprechen – und ein Satz über jemand anderen. Wer über andere spricht, klingt erwachsen, und Kinder hören genau darauf.
Wie kommt der Brief ins Haus?
- Nachts in den Briefkasten legen – ohne Marke, dafür mit einem Siegel aus Wachs oder einem Stern aus Goldpapier.
- An einen Freund in einer anderen Stadt schicken, der ihn dort einwirft. Ein fremder Poststempel ist der beste Beweis, den es gibt.
- Am Morgen des 6. Dezember in den Stiefel stecken, zusammengerollt mit einer Schnur.
Häufige Fragen
Was schreibt man in einen Brief vom Weihnachtsmann?
Erst etwas, das nur in dieser Familie stimmt – ein Erlebnis, ein Haustier, ein überstandener Schulwechsel. Dann etwas Lobendes ohne Bedingung. Dann die Wünsche, aber ohne Zusage. Und zum Schluss eine Bitte, auf jemanden aufzupassen.
Wie alt sind Kinder, wenn sie es merken?
Meist zwischen sieben und neun. Wer dann ehrlich antwortet und erzählt, dass Erwachsene das aus Liebe machen, verliert nichts: Die Kinder werden fast immer selbst zu Mitwissern, die es für die Kleineren aufrechterhalten.
Darf man den Brief am Rechner schreiben?
Man darf, aber es fällt auf. Gedruckte Schrift ist der schnellste Weg, aus einem Brief eine Rechnung zu machen. Wenn schon gedruckt, dann wenigstens mit der Hand unterschrieben.
Was, wenn ein Wunsch nicht erfüllt wird?
Der Weihnachtsmann verspricht nie etwas Bestimmtes. Ein Satz wie «Ich schaue, was sich machen lässt» hält den Zauber und macht Heiligabend leichter.
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Alle Angaben nach bestem Wissen zusammengetragen, Stand 2026. Adressen und Fristen legen die Postgesellschaften jedes Jahr neu fest – vor dem Abschicken lohnt ein kurzer Blick auf die Seite der Post.
Und wenn die Antwort persönlich wäre?
Die Postfilialen antworten mit einem vorgedruckten Brief für alle Kinder – schön, aber eben für alle gleich. Zauberpost macht das andere: der Nikolaus spricht in einer Videobotschaft Ihr Kind mit Namen an, nennt, was es dieses Jahr erlebt hat, und antwortet auf das, was im Brief stand. Dazu ein gesiegelter Brief auf Papier und ein gravierter Holzanhänger, der das Video am Christbaum wieder abspielt.
So funktioniert’s


