Vier Möglichkeiten, kurz verglichen
Was unter «anrufen» angeboten wird, ist meistens kein Gespräch. Die Unterschiede sind größer, als die Werbung vermuten lässt:
- Der gestellte Anruf per App. Das Handy klingelt zur eingestellten Zeit, es läuft eine Aufnahme ab. Kostenlos bis wenige Franken, sofort verfügbar, funktioniert bei kleinen Kindern erstaunlich gut – solange niemand versucht zu antworten. Genau daran scheitert es ab etwa fünf Jahren.
- Der gestellte Videoanruf. Dasselbe mit Bild. Wirkt eine Spur echter, hat aber dasselbe Problem: Weihnachtsmann reagiert nicht auf das, was das Kind sagt.
- Der echte Anruf durch einen Menschen. Manche Vereine, Feuerwehren und Gemeinden bieten das im Advent an, oft für einen kleinen Betrag oder gegen eine Spende. Das ist die überzeugendste Variante – und die knappste, weil jemand wirklich Zeit dafür aufwendet.
- Die persönliche Botschaft zum Abspielen. Kein Anruf, sondern ein Video oder eine Sprachnachricht, die vorher auf das Kind zugeschnitten wird. Kein Termindruck, kein Netzproblem, und man kann sie behalten.
Woran Kinder die Täuschung merken
Kinder prüfen anders, als Erwachsene erwarten. Drei Dinge fallen ihnen fast immer auf:
- Er antwortet nicht. Ein Kind sagt «Hallo?» und wartet. Kommt nichts, ist der Zauber weg – sofort und endgültig.
- Er weiß nichts. Wenn Weihnachtsmann nur allgemein von Bravsein spricht und nicht weiß, dass gerade ein Geschwisterchen dazugekommen ist, klingt das nach einer Aufnahme für alle. Weil es eine ist.
- Der Name ist falsch betont. Automatisch eingesetzte Namen klingen anders als der Rest des Satzes. Bei ungewöhnlichen Namen fällt das sofort auf.
Worauf man beim Buchen achtet
- Abofalle. Manche Apps sind gratis und schließen beim ersten Anruf ein Wochenabo ab. Vor dem Herunterladen prüfen, was nach dem Testzeitraum passiert.
- Was mit den Angaben passiert. Name, Alter und Wohnort des Kindes sind persönliche Daten. Seriöse Anbieter sagen, wie lange sie sie behalten und dass sie nicht weitergegeben werden.
- Werbung im Anruf. Kostenlose Angebote finanzieren sich oft über eingebaute Produkthinweise – mitten in der schönsten Stelle.
- Sprache und Figur. in Deutschland heißt er Weihnachtsmann. Eine eingedeutschte Santa-Aufnahme fällt Kindern auf.
Ab welchem Alter wirkt was?
Bis vier Jahre genügt fast alles: Ein klingelndes Handy und eine tiefe Stimme reichen. Fünf bis sieben ist das Alter, in dem geprüft wird – hier muss es persönlich sein, sonst kippt es. Ab acht wissen viele Kinder Bescheid und spielen mit; dann zählt weniger die Täuschung als das Andenken.
Die ruhigere Variante
Ein Anruf ist ein Moment und dann vorbei – und er kommt selten dann, wenn alle Zeit haben. Eine Videobotschaft vom Weihnachtsmann lässt sich abspielen, wenn es passt, und noch einmal, wenn Oma da ist. Bei der Zauberpost spricht Weihnachtsmann über das, was das Kind dieses Jahr erlebt hat, und der gravierte Anhänger am Weihnachtsbaum startet dasselbe Video in jedem folgenden Jahr wieder.
Wer lieber schreibt statt anruft: Die Weihnachtspostämter beantworten jeden Brief kostenlos.
Häufige Fragen
Gibt es eine echte Telefonnummer vom Weihnachtsmann?
Keine offizielle. Was als Nummer angeboten wird, sind Apps mit vorbereiteten Aufnahmen. Echte Gespräche gibt es nur dort, wo ein Mensch sich Zeit nimmt: Manche Vereine, Feuerwehren und Gemeinden bieten das im Advent an.
Was kostet ein Anruf vom Weihnachtsmann?
Die Apps sind meist kostenlos oder kosten wenige Franken; Vorsicht bei Gratis-Apps, die beim ersten Anruf ein Abo abschließen. Angebote von Vereinen laufen oft gegen eine Spende.
Merken Kinder, dass der Anruf gestellt ist?
Ab etwa fünf Jahren meistens ja. Sie antworten und warten auf eine Reaktion. Kommt keine, ist der Zauber weg. Persönliche Botschaften, die auf das Kind eingehen, halten länger.
Was ist besser: Anruf oder Video?
Ein Anruf ist im Moment aufregender, ein Video kann man behalten und mehrmals zeigen. Wer beides will, kündigt den Anruf als «Weihnachtsmann hat etwas geschickt» an und spielt das Video gemeinsam ab.
Sind die Anrufe-Apps sicher für Kinder?
Das hängt vom Anbieter ab. Prüfe drei Dinge: Schließt die App ein Abo ab, wird Werbung eingeblendet, und was passiert mit dem Namen und dem Alter des Kindes? Seriöse Anbieter schreiben das hin.
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Und wenn die Antwort persönlich wäre?
Die Postfilialen antworten mit einem vorgedruckten Brief für alle Kinder – schön, aber eben für alle gleich. Zauberpost macht das andere: der Weihnachtsmann spricht in einer Videobotschaft dein Kind mit Namen an, nennt, was es dieses Jahr erlebt hat, und antwortet auf das, was im Brief stand. Dazu ein gesiegelter Brief auf Papier und ein gravierter Holzanhänger, der das Video am Weihnachtsbaum wieder abspielt.
So funktioniert die ZauberpostNur die Videobotschaft, ohne Brief und Anhänger? Video vom Weihnachtsmann ansehen