Die alte Regel: erst am Heiligabend
Traditionell wurde der Baum am 24. Dezember aufgestellt und geschmückt – oft heimlich, hinter verschlossener Tür, und den Kindern erst zur Bescherung gezeigt. Genau daher kommt das Bild vom Zimmer, das den ganzen Tag nicht betreten werden darf. In den Bürgerhäusern von Zürich, München und Wien ist der geschmückte Baum seit etwa 1800 belegt; zuerst war er ein evangelischer Brauch und wurde später allgemein übernommen.
Heute hält sich kaum noch jemand daran: Umfragen zeigen, dass über die Hälfte den Baum Anfang bis Mitte Dezember aufstellt, knapp ein Drittel wenige Tage vor Heiligabend, und nur etwa jeder Achte am 24. Dezember selbst.
Wann er wieder raus muss
Hier gibt es drei brauchbare Antworten, und alle drei sind richtig:
- 6. Januar – Dreikönigstag. Die Weihnachtszeit im engeren Sinn endet hier, und für die meisten Haushalte ist das der praktische Termin.
- Sonntag nach dem 6. Januar – das Fest der Taufe des Herrn. Seit der katholischen Liturgiereform von 1970 endet damit offiziell die Weihnachtszeit.
- 2. Februar – Mariä Lichtmess. Die älteste Volkstradition, die sich vielerorts gehalten hat; auch die evangelische Kirche orientiert sich seit 2018 an diesem Datum.
Wer den Baum bis Februar behalten will, muss ihn allerdings pflegen – sonst steht ab Mitte Januar ein Gerippe im Zimmer.
Wie lange hält welcher Baum?
- Nordmanntanne: zwei bis drei Wochen, dicht, sticht nicht und trägt Schmuck gut – die haltbarste der gängigen Arten und deshalb die häufigste.
- Blautanne: rund zwei Wochen. Nadelt wenig, sticht aber kräftig – mit kleinen Kindern im Haus die schlechtere Wahl.
- Rottanne (Fichte): etwa eine Woche im geheizten Zimmer. Sie duftet am stärksten und ist am günstigsten – ideal, wenn der Baum ohnehin erst kurz vor dem Fest hereinkommt.
- Baum im Topf: nadelt nicht und kann später wieder eingepflanzt werden. Er sollte aber nicht länger als etwa zehn Tage im warmen Zimmer stehen.
Was ihn länger frisch hält
- Beim Kauf auf die Schnittfläche schauen: hell heißt frisch geschlagen, dunkel und trocken heißt, er liegt schon länger.
- Eingepackt transportieren. Der Fahrtwind auf dem Autodach trocknet den Baum in einer halben Stunde mehr aus als eine Woche in der Stube.
- Ein bis zwei Tage kühl zwischenlagern – Garage oder Keller –, dabei frisch anschneiden und ins Wasser stellen. Der Sprung von minus fünf auf zweiundzwanzig Grad ist für einen Baum dasselbe wie für uns.
- Wasser nachfüllen. Ein zwei Meter hoher Baum zieht bis zu zwei Liter am Tag; ein Ständer mit Wassertank ist deshalb kein Luxus.
- Weg von Heizkörper und Zugluft. Warme, trockene Luft ist der Hauptgrund fürs Nadeln.
- Netz erst abnehmen und dann einen Tag warten – die Äste brauchen Zeit, ihre Form wiederzufinden. Wer sofort schmückt, ärgert sich am nächsten Morgen.
Sprays, die den Baum «frisch halten» sollen, bringen nichts Gutes: Sie verkleben die Nadeln und stören den Wasserhaushalt.
Und dann?
Wie geschmückt wird, steht bei Weihnachtsbaum schmücken; woher der Brauch überhaupt kommt, bei Die Geschichte des Weihnachtsbaums. Schmuck zum Selbermachen findest du beim Baumschmuck basteln.
Häufige Fragen
Wann stellt man den Weihnachtsbaum traditionell auf?
Traditionell am 24. Dezember, oft heimlich, und den Kindern erst zur Bescherung gezeigt. Heute stellt über die Hälfte der Haushalte den Baum schon Anfang bis Mitte Dezember auf.
Wann räumt man den Weihnachtsbaum wieder ab?
Üblich sind drei Termine: der 6. Januar (Dreikönigstag), der Sonntag danach (Taufe des Herrn, offizielles Ende der katholischen Weihnachtszeit) oder der 2. Februar (Mariä Lichtmess) nach alter Volkstradition.
Welcher Weihnachtsbaum hält am längsten?
Die Nordmanntanne, zwei bis drei Wochen. Die Blautanne hält rund zwei Wochen, die Rottanne im geheizten Zimmer etwa eine Woche.
Wie bleibt der Weihnachtsbaum länger frisch?
Frisch anschneiden, ein bis zwei Tage kühl zwischenlagern, dann ins Wasser stellen und täglich nachfüllen – ein Zwei-Meter-Baum zieht bis zu zwei Liter am Tag. Weg von Heizkörper und Zugluft, und beim Transport einpacken.
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Und wenn die Antwort persönlich wäre?
Die Postfilialen antworten mit einem vorgedruckten Brief für alle Kinder – schön, aber eben für alle gleich. Zauberpost macht das andere: der Weihnachtsmann spricht in einer Videobotschaft dein Kind mit Namen an, nennt, was es dieses Jahr erlebt hat, und antwortet auf das, was im Brief stand. Dazu ein gesiegelter Brief auf Papier und ein gravierter Holzanhänger, der das Video am Weihnachtsbaum wieder abspielt.
So funktioniert die ZauberpostNur die Videobotschaft, ohne Brief und Anhänger? Video vom Weihnachtsmann ansehen