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Der Stern von Bethlehem

Keine drei, keine Könige, keine Namen: Was viele über die Weisen aus dem Morgenland zu wissen glauben, steht nicht in der Bibel. Und der Stern selbst gibt der Astronomie bis heute Rätsel auf.

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Was im Text steht

Der Stern kommt nur an einer einzigen Stelle vor: im zweiten Kapitel des Matthäusevangeliums. Die drei anderen Evangelien erwähnen weder ihn noch die Reisenden aus dem Osten. Und Matthäus schreibt weniger, als die meisten Krippen zeigen:

  • Keine Zahl. Wie viele es waren, steht nirgends. Die Drei kommt von den drei Gaben – Gold, Weihrauch und Myrrhe.
  • Keine Könige. Das griechische Wort ist «magoi», also Magier oder Sterndeuter. Nichts im Text deutet auf Herrscher hin. Zu Königen wurden sie erst in späterer Überlieferung, allgemein akzeptiert etwa ab dem Jahr 500.
  • Keine Namen. Kaspar, Melchior und Balthasar tauchen erst Jahrhunderte später auf.

Wer die ganze Erzählung nachlesen will: Die Hirten, der Stall und die Engel stammen aus einem anderen Evangelium – sie stehen bei der Weihnachtsgeschichte nach Lukas.

Was könnte am Himmel gestanden haben?

Seit Johannes Kepler suchen Astronominnen und Astronomen nach einem Ereignis, das passt. Vier Erklärungen sind im Gespräch – und jede hat einen ernsten Haken.

Die große Konjunktion von 7 vor Christus

Jupiter und Saturn zogen im Jahr 7 v. Chr. gleich dreimal nahe aneinander vorbei. Kepler berechnete das schon im 17. Jahrhundert, und die Rechnung stimmt. Der Haken: Die beiden Planeten blieben fast ein Grad auseinander – das ist die Breite von zwei Vollmonden. Sie verschmolzen also gerade nicht zu einem hellen Licht. Und die babylonischen Aufzeichnungen aus jener Zeit zeigen kein besonderes Interesse an dem Ereignis.

Ein Komet

Naheliegend, weil Kometen einen Schweif haben, der zu zeigen scheint. Aber außerhalb der Bibel berichtet keine einzige Quelle von einem großen Kometen in diesen Jahren – und in der Antike galten Kometen fast immer als Unglückszeichen, nicht als Geburtsanzeige.

Eine Nova

Chinesische und koreanische Aufzeichnungen verzeichnen für 5 v. Chr. ein Objekt, das über siebzig Tage sichtbar blieb. Der Haken: Es gibt keinen passenden Überrest am Himmel, und die Deutung der alten Aufzeichnung ist umstritten.

Jupiter und Venus, 17. Juni 2 vor Christus

An diesem Abend standen die beiden hellsten Planeten so eng beieinander, dass sie für das bloße Auge zu einem einzigen Gestirn verschmolzen. Die Astronomiehistorikerin Susanne M. Hoffmann hält das für deutlich plausibler als Keplers Vorschlag – auch weil Venus in der babylonischen Deutung positiv besetzt war, Saturn dagegen negativ. Der Haken: Das Ereignis war bei Sonnenuntergang zu sehen, im Westen – und Bethlehem liegt südlich von Jerusalem.

Der ehrliche Stand

Es gibt keinen wissenschaftlichen Konsens. Jede Erklärung hat mindestens einen schweren Einwand, und die Datierung selbst ist offen: Schon Herodes’ Todesjahr ist umstritten, entsprechend schwanken die vorgeschlagenen Geburtsjahre. Viele Bibelwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler halten die Sterndeuter-Erzählung außerdem nicht für einen historischen Bericht, sondern für eine theologisch erzählte Szene – unter anderem, weil nur Matthäus sie kennt.

Für Kinder ist das kein Verlust, im Gegenteil. Die Geschichte funktioniert auch so: Da folgen Menschen einem Licht über eine weite Strecke, weil sie glauben, dass am Ende etwas Wichtiges wartet. Wer will, kann im Dezember selbst nach oben schauen – die hellen Planeten stehen oft genug am Abendhimmel.

Dazu passt

Das Gedicht von Wilhelm Busch über den Stern steht bei Der Stern; das Fest der Weisen bei Dreikönigskuchen. Sterne zum Selbermachen gibt es beim Papiersterne basteln.

Häufige Fragen

Waren es wirklich drei Könige?

Nein. Matthäus nennt weder eine Zahl noch Namen, und das griechische Wort bedeutet Sterndeuter, nicht Könige. Die Drei kommt von den drei Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe; zu Königen wurden sie erst in späterer Überlieferung.

Was war der Stern von Bethlehem astronomisch?

Das ist offen. Diskutiert werden die dreifache Jupiter-Saturn-Konjunktion von 7 v. Chr., ein Komet, eine Nova von 5 v. Chr. und die sehr enge Jupiter-Venus-Begegnung vom 17. Juni 2 v. Chr. Jede Erklärung hat einen ernsten Einwand; einen Konsens gibt es nicht.

In welchem Evangelium steht der Stern?

Nur bei Matthäus, im zweiten Kapitel. Lukas erzählt die Weihnachtsgeschichte mit Hirten und Engeln, erwähnt aber weder den Stern noch die Sterndeuter.

Woher kommen die Namen Kaspar, Melchior und Balthasar?

Aus späterer christlicher Überlieferung, nicht aus der Bibel. Sie erscheinen erst Jahrhunderte nach dem Evangelium in einer lateinischen Chronik.

Und wenn die Antwort persönlich wäre?

Die Postfilialen antworten mit einem vorgedruckten Brief für alle Kinder – schön, aber eben für alle gleich. Zauberpost macht das andere: der Weihnachtsmann spricht in einer Videobotschaft dein Kind mit Namen an, nennt, was es dieses Jahr erlebt hat, und antwortet auf das, was im Brief stand. Dazu ein gesiegelter Brief auf Papier und ein gravierter Holzanhänger, der das Video am Weihnachtsbaum wieder abspielt.

So funktioniert die Zauberpost

Nur die Videobotschaft, ohne Brief und Anhänger? Video vom Weihnachtsmann ansehen

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