Die drei Sorten Kalender
Der Dinge-Kalender. Jeden Tag eine Kleinigkeit. Ehrlich gesagt der aufwendigste, weil er 24 Einfälle braucht – und der, bei dem ab Mitte Dezember Füllmaterial gekauft wird, das im Januar niemand vermisst.
Der Zettel-Kalender. Statt Dingen stehen Unternehmungen drin: «Heute Abend Taschenlampen-Versteckis», «Wir backen Spitzbuben», «Du darfst das Zvieri bestimmen». Kostet nichts, wirkt am längsten und ist der einzige Kalender, an den sich Kinder Jahre später erinnern. Wichtig: nichts hineinschreiben, was am Dienstagabend nicht geht.
Der Geschichten-Kalender. Jeden Tag ein Stück Geschichte oder ein Gedicht, vorgelesen vor dem Schlafengehen. Material dafür gibt es hier reichlich – die Weihnachtsgeschichten und die Gedichte reichen locker für vierundzwanzig Abende. Wer mag, mischt: Zettel, Geschichte und an den Wochenenden etwas zum Auspacken.
Ideen nach Alter
Ein bis drei Jahre. Alles groß und unzerbrechlich: Holztiere, dicke Kreiden, ein Bilderbuch in Teilen (eine Seite pro Tag ist zu viel – lieber ein Buch am 1. Dezember und danach Kleinteile), Bauklötze, Badeknöpfe, Stoffball, ein Löffel fürs Sandkistchen. Nichts, was in den Mund passt.
Vier bis sechs Jahre. Leuchtsteine, Stempel, Klebepunkte, Haarspangen, ein Puzzle in Teilen über mehrere Tage, Ausstechformen, Wachsmalstifte, Papiersterne zum Falten, Samentütchen für den Frühling, eine Taschenlampe. Dazu passen die Ausmalbilder und Origami-Anleitungen von hier – einfach ausdrucken und einrollen.
Ab sieben Jahren. Kartenspiel, Rätselheft, Radiergummi mit Figur, Filzstifte, Haargummi, Kinogutschein, Bastelset in Etappen, Münzen für die Kasse, Zutaten für ein Rezept, das am Wochenende gebacken wird. Und Gutscheine, die wirklich zählen: eine Stunde länger aufbleiben, allein mit Mama ins Kaffee, das Abendessen bestimmen.
Was oft schiefgeht
- Zu viel. Ein Kalender ist kein Vorweihnachtsgeschenk. Wenn die Türchen die Bescherung überstrahlen, stimmt das Verhältnis nicht.
- Alle Tage gleich. Besser sind Höhepunkte: die Wochenenden und der 6. Dezember dürfen größer sein, dazwischen genügt ein Zettel.
- Der 24. als Krönung. Am Heiligabend gibt es ohnehin Geschenke – hinter das letzte Türchen gehört etwas Kleines, sonst beginnt der wichtigste Tag mit einem Vergleich.
- Ungleiche Geschwister. Gleich viele Tage, gleich große Säckchen – nur der Inhalt unterscheidet sich. Kinder zählen, und zwar genau.
Die Hülle selbst machen
Vierundzwanzig Papiertüten mit Wäscheklammern an einer Schnur sind in einer halben Stunde fertig und sehen besser aus als das meiste Gekaufte. Ebenso gut: Streichholzschachteln zu einem Haus geklebt, Socken an einer Leine, Klopapierrollen mit eingedrückten Enden, oder ein Ast von draußen, an den man die Tüten hängt. Wer den Kalender komplett selbst bauen will, findet die Anleitungen unter Adventskalender selber machen; die Geschichte des Brauchs steht bei Der Adventskalender.
Häufige Fragen
Wie viel Geld gibt man für einen Adventskalender aus?
Sehr unterschiedlich – entscheidend ist eher, dass er die Bescherung nicht überstrahlt. Ein Zettel-Kalender mit Unternehmungen kostet nichts und bleibt erfahrungsgemäß am längsten in Erinnerung.
Was kommt hinter das 24. Türchen?
Etwas Kleines: eine Kerze, ein Plätzchen, ein Zettel mit «Heute Abend ist es so weit». Das große Geschenk gehört zur Bescherung, sonst beginnt der Tag mit einem Vergleich.
Adventskalender ohne Süßigkeiten – womit füllen?
Mit Kleinteilen zum Tun (Stempel, Steine, Stifte, Bastelmaterial), mit Zetteln für gemeinsame Unternehmungen und mit Geschichten zum Vorlesen. Drei Viertel der besten Ideen sind ohnehin nicht essbar.
Ab wann versteht ein Kind den Adventskalender?
Etwa ab zwei Jahren wird das tägliche Türchen zum Ritual, wirklich zählen und mitfiebern können Kinder ab drei bis vier. Davor genügt ein Kalender für die ganze Familie.
Und wenn die Antwort persönlich wäre?
Die Postfilialen antworten mit einem vorgedruckten Brief für alle Kinder – schön, aber eben für alle gleich. Zauberpost macht das andere: der Weihnachtsmann spricht in einer Videobotschaft dein Kind mit Namen an, nennt, was es dieses Jahr erlebt hat, und antwortet auf das, was im Brief stand. Dazu ein gesiegelter Brief auf Papier und ein gravierter Holzanhänger, der das Video am Weihnachtsbaum wieder abspielt.
So funktioniert die Zauberpost