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Die heilgen drei Könige aus Morgenland

Drei Könige fragen sich durch die Städtchen – Heine erzählt die Sternsinger-Geschichte in zwölf verschmitzten Zeilen.

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Heinrich Heine (1797–1856), aus dem «Buch der Lieder» · gemeinfrei

Die heilgen drei Könige aus Morgenland,
sie frugen in jedem Städtchen:
Wo geht der Weg nach Bethlehem,
ihr lieben Buben und Mädchen?
Die Jungen und Alten, sie wussten es nicht,
die Könige zogen weiter;
sie folgten einem goldenen Stern,
der leuchtete lieblich und heiter.
Der Stern blieb stehn über Josephs Haus,
da sind sie hineingegangen;
das Öchslein brüllte, das Kindlein schrie,
die heilgen drei Könige sangen.

Das Gedicht zum 6. Januar

«Frugen» ist die alte Form von «fragten» – die Könige fragen sich also nach Bethlehem durch wie Wanderer nach dem Weg. Heine lässt die grosse Geschichte bewusst klein und wirklich werden: Am Ziel brüllt das Öchslein, das Kind schreit, und die Könige singen einfach dagegen an. Das Gedicht passt zum Dreikönigstag am 6. Januar – dem Tag, an dem in der Schweiz der Dreikönigskuchen auf den Tisch kommt.

Häufige Fragen

Was bedeutet «sie frugen»?

«Frugen» ist die alte Vergangenheitsform von «fragen» – heute sagt man «sie fragten». Heine benutzt sie für den Märchenton.

Wann passt dieses Gedicht?

Zum Dreikönigstag am 6. Januar, wenn die Sternsinger unterwegs sind und der Dreikönigskuchen gegessen wird.

Und wenn die Antwort persönlich wäre?

Die Postfilialen antworten mit einem vorgedruckten Brief für alle Kinder – schön, aber eben für alle gleich. Zauberpost macht das andere: der Samichlaus spricht in einer Videobotschaft dein Kind mit Namen an, nennt, was es dieses Jahr erlebt hat, und antwortet auf das, was im Brief stand. Dazu ein gesiegelter Brief auf Papier und ein gravierter Holzanhänger, der das Video am Christbaum wieder abspielt.

So funktioniert’s