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Weihnachten – Joseph von Eichendorff

Ein Spaziergang am Heiligen Abend, wenn die Stadt still wird und hinter jedem Fenster Lichter brennen.

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Joseph von Eichendorff (1788–1857) · gemeinfrei

Markt und Straßen stehn verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wunderstill beglückt.
Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld,
hehres Glänzen, heilges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!
Sterne hoch die Kreise schlingen,
aus des Schnees Einsamkeit
steigt’s wie wunderbares Singen –
o du gnadenreiche Zeit!

Das Gedicht für den Abendspaziergang

Eichendorff beschreibt genau das, was man am frühen Abend des 24. Dezembers heute noch erleben kann: leere Straßen, erleuchtete Fenster, und je weiter man hinausgeht, desto stiller wird die Welt. Vielen Familien ist daraus ein eigenes Ritual geworden – der kurze Spaziergang vor der Bescherung, dieses Gedicht in der Manteltasche.

Häufige Fragen

Von wem stammt «Markt und Straßen stehn verlassen»?

Von Joseph von Eichendorff. Das Gedicht heißt schlicht «Weihnachten» und ist gemeinfrei.

Wann liest man das Gedicht am besten?

Am späten Nachmittag des Heiligen Abends – idealerweise draußen, auf einem kleinen Spaziergang, wenn die Straßen wirklich leer sind.

Und wenn die Antwort persönlich wäre?

Die Postfilialen antworten mit einem vorgedruckten Brief für alle Kinder – schön, aber eben für alle gleich. Zauberpost macht das andere: der Weihnachtsmann spricht in einer Videobotschaft dein Kind mit Namen an, nennt, was es dieses Jahr erlebt hat, und antwortet auf das, was im Brief stand. Dazu ein gesiegelter Brief auf Papier und ein gravierter Holzanhänger, der das Video am Weihnachtsbaum wieder abspielt.

So funktioniert’s