Rainer Maria Rilke (1875–1926), aus «Advent» (1898) · gemeinfrei
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.
Was das Gedicht erzählt
Der Wind treibt die Schneeflocken wie ein Hirte seine Herde – und mitten im Wald spürt eine Tanne, dass sie bald geschmückt und «lichterheilig» in einer Stube stehen wird. Sie wartet nicht passiv: Sie streckt die Zweige aus und wächst der Weihnacht entgegen. Rilke war 22, als er das Gedicht schrieb; es eröffnet seinen Band «Advent» von 1898.
Zum Vorlesen passt es am besten am ersten Advent, beim Anzünden der ersten Kerze – und es lässt sich wunderbar mit dem Blick aus dem Fenster verbinden: Welcher Baum draußen wäre wohl der, der schon ahnt?
Häufige Fragen
Wie heißt das Gedicht «Es treibt der Wind im Winterwalde» richtig?
Es heißt «Advent» und stammt von Rainer Maria Rilke, erschienen 1898 im gleichnamigen Gedichtband.
Ist das Gedicht gemeinfrei?
Ja. Rilke starb 1926 – seine Werke sind seit 1997 gemeinfrei.
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Und wenn die Antwort persönlich wäre?
Die Postfilialen antworten mit einem vorgedruckten Brief für alle Kinder – schön, aber eben für alle gleich. Zauberpost macht das andere: der Weihnachtsmann spricht in einer Videobotschaft dein Kind mit Namen an, nennt, was es dieses Jahr erlebt hat, und antwortet auf das, was im Brief stand. Dazu ein gesiegelter Brief auf Papier und ein gravierter Holzanhänger, der das Video am Weihnachtsbaum wieder abspielt.
So funktioniert’s