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Frau Holle

Wenn es schneit, schüttelt Frau Holle die Betten aus – das Wintermärchen über Fleiss, Faulheit und gerechten Lohn.

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Nach den Brüdern Grimm · frei nacherzählt

Eine Witwe hatte zwei Töchter: Die eine war fleissig und freundlich, die andere faul – aber die Faule war ihr die Liebere. Die Fleissige musste jeden Tag am Brunnen spinnen, bis ihr eines Tages die Spule hineinfiel. Aus Angst sprang sie ihr nach – und fand sich auf einer blühenden Wiese wieder, in einer anderen Welt.

Dort bat ein Brot im Ofen: «Zieh mich raus, sonst verbrenne ich!» – und sie zog alle Brote heraus. Ein Apfelbaum rief: «Schüttle mich, meine Äpfel sind reif!» – und sie schüttelte ihn ab. Schliesslich kam sie zum Haus einer alten Frau mit grossen Zähnen: Frau Holle. Bei ihr blieb das Mädchen, half im Haus und schüttelte jeden Morgen die Federbetten kräftig aus – und immer, wenn die Federn flogen, schneite es unten auf der Erde. Als das Mädchen Heimweh bekam, führte Frau Holle es zu einem grossen Tor, und dort regnete Gold auf es herab, bis es ganz davon bedeckt war.

Die faule Schwester wollte dasselbe Glück, sprang ebenfalls in den Brunnen – liess aber die Brote verbrennen, den Baum ungeschüttelt und die Betten ungemacht. Zum Abschied bekam sie statt Gold einen Kessel Pech, das an ihr hängen blieb. So kamen die beiden zu ihren Namen: Goldmarie und Pechmarie.

Das Märchen für Schneetage

Kein Kind schaut nach dieser Geschichte noch gleich aus dem Fenster, wenn es schneit: Da schüttelt jemand die Betten aus! Das Märchen passt in die ganze Winterzeit – und zum Schneefenster gehört danach das Lied «Schneeflöckchen, Weissröckchen».

Häufige Fragen

Warum schneit es, wenn Frau Holle die Betten macht?

Im Märchen sind die Schneeflocken die Federn aus Frau Holles Federbetten. Das Bild stammt aus einer Zeit, in der jedes Kind Federbetten kannte, die beim Ausschütteln stäubten.

Ist Frau Holle ein Weihnachtsmärchen?

Es ist ein Wintermärchen – es passt vom ersten Schnee bis in den Februar und gehört zum klassischen Vorlese-Repertoire der Adventszeit.

Und wenn die Antwort persönlich wäre?

Die Postfilialen antworten mit einem vorgedruckten Brief für alle Kinder – schön, aber eben für alle gleich. Zauberpost macht das andere: der Samichlaus spricht in einer Videobotschaft dein Kind mit Namen an, nennt, was es dieses Jahr erlebt hat, und antwortet auf das, was im Brief stand. Dazu ein gesiegelter Brief auf Papier und ein gravierter Holzanhänger, der das Video am Christbaum wieder abspielt.

So funktioniert’s