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Die Sterntaler

Das kürzeste und vielleicht schönste Wintermärchen der Brüder Grimm – in fünf Minuten vorgelesen.

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Nach den Brüdern Grimm · frei nacherzählt

Es war einmal ein kleines Mädchen, das hatte niemanden mehr auf der Welt. Vater und Mutter waren gestorben, es besaß kein Zimmer und kein Bett – nur die Kleider, die es trug, und ein Stück Brot in der Hand, das ihm ein guter Mensch geschenkt hatte. Aber das Mädchen hatte ein warmes Herz, und so ging es hinaus über die Felder.

Unterwegs begegnete ihm ein Mann, der sagte: «Ich habe solchen Hunger.» Da gab ihm das Mädchen sein ganzes Brot. Ein Stück weiter stand ein Kind, das fror an den Kopf – da schenkte es ihm seine Mütze. Dem nächsten Kind, das kein Leibchen hatte, gab es das seine, und einem weiteren sein Röcklein. Und als es schon dunkel war, bat ein letztes Kind um ein Hemdlein, und das Mädchen dachte: «Es ist finstere Nacht, niemand sieht dich» – und gab auch das noch her.

Da stand es nun, und hatte gar nichts mehr. Und in dem Augenblick fielen die Sterne vom Himmel – aber es waren keine Sterne, es waren lauter blanke Taler. Und obwohl das Mädchen sein Hemdlein doch eben verschenkt hatte, trug es auf einmal ein neues, aus feinstem Leinen. Es sammelte die Taler hinein und hatte genug für sein ganzes Leben.

Warum dieses Märchen in den Advent gehört

Kein Märchen erzählt einfacher vom Schenken: Das Mädchen gibt nicht, weil es viel hat, sondern obwohl es fast nichts hat. Nach dem Vorlesen lohnt eine Kinderfrage: «Was könnten wir jemandem schenken, der nichts hat?» – viele Familien machen aus der Antwort ein kleines Adventsprojekt. Passend dazu: Ringelnatz’ Gedicht übers Schenken.

Häufige Fragen

Für welches Alter eignen sich die Sterntaler?

Ab etwa vier Jahren. Das Märchen ist kurz, ohne gruselige Stellen, und endet hell – ideal als erste Adventsgeschichte.

Woher stammt das Märchen?

Aus den «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm. Hier steht es frei und kindgerecht nacherzählt.

Und wenn die Antwort persönlich wäre?

Die Postfilialen antworten mit einem vorgedruckten Brief für alle Kinder – schön, aber eben für alle gleich. Zauberpost macht das andere: der Weihnachtsmann spricht in einer Videobotschaft dein Kind mit Namen an, nennt, was es dieses Jahr erlebt hat, und antwortet auf das, was im Brief stand. Dazu ein gesiegelter Brief auf Papier und ein gravierter Holzanhänger, der das Video am Weihnachtsbaum wieder abspielt.

So funktioniert’s