# Die Raunächte

> Zwischen Weihnachten und Dreikönig steht die Zeit still – sagten die Alten. Was es mit den zwölf besonderen Nächten auf sich hat.

Quelle: https://meinezauberpost.com/ch/raunaechte
## Zwölf Nächte «zwischen den Jahren»

Die Raunächte liegen traditionell zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar
– zwölf Nächte, in denen nach altem Volksglauben die Grenze zwischen den
Welten dünn ist. Der Name kommt wohl vom «Räuchern» (oder vom alten Wort «rauch» für
haarig-wild): Haus und Stall wurden mit Kräutern ausgeräuchert, um Gutes hinein- und
Schlechtes hinauszubitten. Jede Nacht stand sinnbildlich für einen Monat des neuen
Jahres – wer träumte, achtete genau darauf, was.

## Alte Regeln, kluge Kerne

Vieles, was in den Raunächten «verboten» war, hatte einen praktischen Kern:
keine Wäsche waschen und aufhängen (die Stuben waren voll, das Gesinde hatte frei),
keine grossen Arbeiten beginnen, stattdessen zusammensitzen, zurückschauen,
vorausdenken. Genau dieser Kern passt bis heute: Die Tage zwischen den Jahren sind
die geborene Zeit für Familienspiele, Spaziergänge und das grosse Nichtstun.

## Raunächte mit Kindern

Kindertauglich wird der Brauch als Ritualpaket: am Abend eine Kerze anzünden und
den schönsten Moment des Tages erzählen; ein «Wunschglas» füllen – jeden Abend
schreibt oder malt jedes Familienmitglied einen Wunsch fürs neue Jahr; und in der
letzten Nacht, vor [Dreikönig](https://meinezauberpost.com/ch/dreikoenigskuchen), werden alle
vorgelesen. Wer mag, räuchert einmal symbolisch mit einem Tannenzweiglein –
es geht um den Duft und den Moment, nicht um Magie.

## Häufige Fragen

### Wann sind die Raunächte genau?
Am gebräuchlichsten: die zwölf Nächte vom 25. Dezember bis zum 6. Januar. Regional wird unterschiedlich gezählt – manche beginnen schon an der Thomasnacht (21. Dezember).

### Darf man in den Raunächten wirklich keine Wäsche waschen?
Das ist alter Volksglaube mit praktischem Hintergrund – kein Gebot. Wer die Regel mag, nimmt sie als charmante Erlaubnis, zwischen den Jahren einfach weniger zu arbeiten.

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