# Was am 6. Dezember hineingehört

> Am Abend des 5. Dezembers steht er geputzt vor der Tür. Was am nächsten Morgen darin liegt, entscheidet über einen guten Start in den Advent.

Quelle: https://meinezauberpost.com/ch/nikolausstiefel-fuellen
## Erst einmal: Wie viel ist richtig?

Die häufigste Sorge ist die falsche. Kinder vergleichen am 6. Dezember im
Kindergarten nicht die Menge, sondern die Geschichte: Wer erzählen kann, dass die
Mandarine ganz unten lag und dass am Fenster Fussspuren waren, hat gewonnen. Ein
kleiner, gut zusammengestellter Sack schlägt jedes überquellende Geschenkpaket
– und lässt Luft bis Weihnachten. Als Faustregel hat sich bewährt: etwas zum
Essen, etwas zum Tun, etwas zum Behalten. Mehr braucht es nicht.

## Das Traditionelle

Die klassische Füllung ist erstaunlich beständig: Mandarinen oder Orangen,
Baumnüsse, Haselnüsse, Äpfel, Lebkuchen, Schokolade und ein
[Grittibänz](https://meinezauberpost.com/ch/grittibaenz-rezept). Das hat einen Grund –
all das war früher im Dezember kostbar. Getrocknete Feigen und Datteln passen
ebenfalls, und wer den Sack selbst backt, gewinnt zusätzlich einen Nachmittag:
[Lebkuchen](https://meinezauberpost.com/ch/lebkuchen-rezept) und
[Mailänderli](https://meinezauberpost.com/ch/mailaenderli-rezept) halten sich problemlos bis
zum 6.

## Nach Alter sortiert

**Bis drei Jahre.** Alles muss gross genug sein: Holzfigur,
Stoffball, dicke Wachsmalstifte, ein Bilderbuch. Nüsse in der Schale sind hübsch,
aber für ganz Kleine kein Naschwerk – hier lieber Mandarine und weiches
Gebäck.

**Vier bis sechs.** Das Alter der kleinen Wunder: Leuchtsteine,
Stempel, ein Kartenspiel, Klebepunkte, eine Taschenlampe, Ausstechformen für die
[Guetzli](https://meinezauberpost.com/ch/weihnachtsplaetzchen-rezepte), Malbuch und Stifte.
Wer etwas zum Ausdrucken sucht, findet
[Ausmalbilder](https://meinezauberpost.com/ch/ausmalbilder-weihnachten) und
[Mandalas](https://meinezauberpost.com/ch/weihnachtsmandalas) hier auf der Seite.

**Ab sieben.** Jetzt zählt Brauchbares: Kartenspiel, Rätselheft,
Kopfhörer, Socken mit Muster, ein Kinogutschein, Bastelmaterial, das erste eigene
Taschenmesser. Und Schulkinder freuen sich verlässlich über Geld in einer Nuss
– Nussschale vorsichtig öffnen, Münze hinein, mit Leim wieder schliessen.

## Was den Abend erst rund macht

Die Beigaben, an die man sich später erinnert, kosten nichts: ein handgeschriebener
Zettel, der etwas nennt, das dem Kind dieses Jahr wirklich gelungen ist. Ein
Vers, aufgesagt vor dem Sack – Vorschläge stehen bei den
[Nikolaus-Sprüchen](https://meinezauberpost.com/ch/nikolaus-sprueche). Ein Rutenzweig, der
heute nichts mehr droht, sondern schmückt. Und für die, die es mögen: eine Spur
aus Puderzucker vor der Tür.

Wer wissen will, warum in Österreich am Vorabend zusätzlich die Schellen
klirren, findet das beim [Krampus](https://meinezauberpost.com/ch/krampus-brauch); wie der
Brauch in der Schweiz aussieht, steht bei
[Samichlaus und Schmutzli](https://meinezauberpost.com/ch/samichlaus-und-schmutzli).

## Drei Dinge, die man weglassen kann

- **Grosse Geschenke.** Sie verschieben den Massstab für den
24. Dezember, und niemand hat etwas davon.

- **Die Rute als Drohung.** Der Nikolaus, der straft, ist eine
Erfindung des 19. Jahrhunderts. Der echte
[Nikolaus von Myra](https://meinezauberpost.com/ch/nikolaus-von-myra) hat verschenkt, nicht
gerichtet.

- **Kleinkram, der bis Neujahr kaputt ist.** Ein einziges gutes
Ding hält länger als zehn Beigaben aus dem Aktionskorb.

## Häufige Fragen

### Wann wird der Stiefel hingestellt?
Am Abend des 5. Dezembers, geputzt, vor die Zimmer- oder Haustür. Gefüllt wird er in der Nacht, gefunden am Morgen des 6.

### Wie viel Geld gibt man aus?
Üblich sind kleine Beträge – in vielen Familien liegt alles zusammen unter zwanzig {{waehrung}}. Der 6. Dezember ist der kleine Bruder von Weihnachten, nicht die Generalprobe.

### Was, wenn das Kind keine Süssigkeiten bekommen soll?
Dann füllt man mit Trockenfrüchten, Nüssen, einer Mandarine und kleinen Dingen zum Tun. Der Brauch hängt nicht an der Schokolade – ursprünglich ging es um Obst und Nüsse mitten im Winter.

### Bekommen Geschwister das Gleiche?
Der Menge nach ja, dem Inhalt nach besser nicht. Gleich viel verhindert Streit, Verschiedenes zeigt, dass jemand die Kinder einzeln kennt.

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