# Weihnachten in anderen Ländern

> In Island kommen dreizehn davon, in Italien fliegt eine Hexe, und in Japan isst man Poulet. Ein Rundgang für Kinder, die wissen wollen, wie es woanders läuft.

Quelle: undefined
Fast überall geht es um dasselbe: Licht in der dunkelsten Zeit, ein besonderes Essen
und etwas, das für Kinder von jemandem kommt, den man nicht sieht. Wer dieser Jemand ist
und wann er kommt, unterscheidet sich erstaunlich stark.

## Niederlande: schon am 5. Dezember

Sinterklaas kommt Mitte November mit dem Dampfschiff, angeblich aus Spanien, und
reitet auf einem weißen Pferd. Die große Bescherung ist der «Pakjesavond» am
5. Dezember – nicht Weihnachten. Kinder stellen einen Schuh bereit, mit einer
Karotte für das Pferd. In Belgien wird stattdessen am Morgen des 6. Dezember beschert.
Der Weihnachtsmann westlicher Prägung spielt in beiden Ländern kaum eine Rolle.

## Island: dreizehn statt einem

Die dreizehn Jólasveinar, Söhne der Trollin Grýla, kommen in den dreizehn Tagen vor
dem 24. Dezember – einer pro Tag. Kinder stellen abends einen Schuh ans Fenster:
Wer brav war, findet etwas Kleines darin; wer nicht, eine Kartoffel. Am 24. Dezember um
18 Uhr läuten die Kirchenglocken und eröffnen das Fest, das bis zum 6. Jänner dauert.
Auf den Tisch kommen Räucherlamm und laufabrauð, ein hauchdünnes, kunstvoll
eingeschnittenes Fladenbrot.

## Schweden: Punkt drei Uhr wird nicht gestört

Der Jultomte erscheint am Abend des 24. Dezember persönlich – meist verkleidet
sich ein Erwachsener, der «kurz die Zeitung holt». Vorher steht das Julbord bereit, ein
Buffet mit Weihnachtsschinken, Fleischbällchen und eingelegtem Hering. Und um 15 Uhr
läuft im Fernsehen die Disney-Sendung «Kalle Anka» – ein Termin, um den herum
Familien ihren Heiligabend planen.

## Spanien: die Könige kommen am 6. Jänner

Beschert wird traditionell in der Nacht auf den 6. Jänner, und zwar von den Reyes
Magos, den Heiligen Drei Königen. Am Abend des 5. Jänner ziehen sie in großen Umzügen
durch die Städte; Kinder stellen ihre Schuhe auf den Balkon. Der 24. Dezember,
Nochebuena, gehört dem großen Familienessen mit Meeresfrüchten, Lamm, Turrón und
Polvorones. Am 22. Dezember wird die Weihnachtslotterie «El Gordo» gezogen.

## Italien: eine Hexe auf dem Besen

La Befana bringt die Geschenke in der Nacht vom 5. auf den 6. Jänner. Sie fliegt auf
einem Besen und kommt durch den Kamin, deshalb ist sie rußig. Wer brav war, bekommt
Süßigkeiten; wer nicht, «carbone» – Kohle, heute meist aus dunklem Zucker.

## Polen: warten auf den ersten Stern

Das Wigilia-Essen am 24. Dezember beginnt, sobald der erste Stern am Himmel steht
– ein Verweis auf den
[Stern von Bethlehemundefined. Die Kinder halten
Ausschau. Auf den Tisch kommen zwölf Gerichte, symbolisch für die zwölf Apostel, alle
ohne Fleisch, Fisch aber erlaubt: Karpfen, rote Bete, Pilzsuppe, Pierogi. Ein Gedeck
bleibt leer – für einen unerwarteten Gast. Vorher teilt man die Oblate.

## Mexiko: neun Abende Herbergssuche

Vom 16. bis 24. Dezember ziehen die Posadas durch die Nachbarschaft und stellen die
Herbergssuche von Maria und Josef nach. Für die Kinder hängt eine Piñata bereit, oft mit
sieben Zacken. Geschenke kommen gleich dreimal: von Santa Claus, vom Jesuskind an
Weihnachten und von den Königen am 6. Jänner.

## Japan: Weihnachten ohne Weihnachten

Gut ein Prozent der Bevölkerung ist christlich; Weihnachten ist ein weltliches Fest.
Seit einer Werbekampagne von 1974 gehört für Millionen Familien frittiertes Poulet dazu,
dazu ein Erdbeer-Obers-Kuchen in Rot und Weiß. Der 24. Dezember ist eher ein Abend für
Paare als für Familien.

## Australien: Weihnachten im Hochsommer

Der 25. Dezember fällt mitten in den Sommer. Neben Truthahn und Plumpudding stehen
immer öfter kalte Platten, Meeresfrüchte und Pavlova auf dem Tisch. Die «Carols by
Candlelight», 1938 in Melbourne begonnen, werden landesweit übertragen.

## Philippinen: die längste Weihnachtszeit der Welt

Sie beginnt im September – sobald ein Monat auf «-ber» endet – und reicht
bis in den Jänner. Vom 16. bis 24. Dezember gibt es neun Frühmessen, oft ab halb fünf.
Vor den Häusern hängen Parol, sternförmige Laternen. Die Geschenke kommen traditionell
von den Paten.

## Und bei uns?

Wie es {{imLand}} zugeht, steht bei
[Weihnachten in der Schweizundefined,
[in Deutschlandundefined und
[in Österreichundefined. Wer die Gabenbringer
auseinanderhalten will, findet sie bei
[Christkind oder Weihnachtsmannundefined.

## Häufige Fragen

### In welchen Ländern wird nicht am 24. Dezember beschert?
In den Niederlanden am 5. Dezember, in Belgien am 6. Dezember, in Spanien und Italien am 6. Jänner, in Russland an Silvester. In Großbritannien und den USA werden die Geschenke am Morgen des 25. Dezember geöffnet.

### Wer bringt in Italien die Geschenke?
La Befana, eine hexenähnliche Gestalt auf einem Besen. Sie kommt in der Nacht vom 5. auf den 6. Jänner und bringt braven Kindern Süßigkeiten, unartigen «carbone» – Kohle, heute meist aus dunklem Zucker.

### Warum isst man in Japan an Weihnachten Poulet?
Wegen einer Werbekampagne von 1974. Sie verband frittiertes Huhn so wirksam mit Weihnachten, dass die Woche vor dem 25. Dezember bis heute die umsatzstärkste des Jahres ist.

### Welches Land hat die längste Weihnachtszeit?
Die Philippinen. Dort beginnt die Weihnachtszeit im September und reicht bis in den Jänner, teils bis Anfang Februar.

---
Zauberpost – persönliche Weihnachtspost für Kinder: meinezauberpost.com
