# Weihnachten mit Hund und Katze

> Die gefährlichste Nacht des Jahres für Haustiere ist nicht Silvester, sondern der Abend, an dem alle satt sind und niemand hinschaut.

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Dieser Text ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf
eine Vergiftung gilt immer: sofort in der Praxis oder Notfallklinik anrufen, nicht
abwarten – und sagen, *was* und *wie viel* das Tier gefressen hat.

## Schokolade: es kommt auf die Sorte an

Der Stoff, der Hunden schadet, heißt Theobromin, und sein Gehalt schwankt enorm.
Weiße Schokolade ist praktisch unbedenklich, Milchschokolade mäßig, dunkle Schokolade
und vor allem **Backkakao** sind das eigentliche Problem: Kakaopulver
enthält rund zwölfmal so viel Theobromin wie Milchschokolade.

Als Anhaltspunkt: Bei einem Hund von zehn Kilo können bereits rund
**35 Gramm dunkle Schokolade** oder **85 Gramm
Milchschokolade** zu Erbrechen und Durchfall führen; bei einem Fünf-Kilo-Hund die
Hälfte davon. Ernst wird es beim Zwei- bis Dreifachen dieser Menge. Die Symptome beginnen
erst nach sechs bis zwölf Stunden, und der Stoff bleibt lange im Körper – deshalb
zieht sich so eine Vergiftung über Tage.

## Rosinen: das unterschätzte Weihnachtsgebäck

Für Hunde sind Weintrauben und Rosinen gefährlich, und zwar ohne bekannte sichere
Menge. Als Faustregel gilt schon **eine Rosine pro viereinhalb Kilo
Körpergewicht** als Anlass, den Tierarzt anzurufen. Das Tückische an Weihnachten:
Rosinen stecken in Christstollen, Panettone, Früchtebrot und in vielen Kekse –
also genau in dem, was offen auf dem Tisch steht. Im schlimmsten Fall droht Nierenversagen
innerhalb von ein bis drei Tagen.

## Zwiebeln, Knoblauch und Bratenfond

Katzen sind hier die empfindlichste Art: Weniger als ein Teelöffel gekochte Zwiebel
kann schon reichen. Hunde vertragen mehr, aber auch nicht viel. Gefährlich sind vor allem
**getrocknete und pulverisierte Formen** – also Bratensauce, Füllung
und Suppenwürze, nicht die rohe Zwiebel im Korb. Heimtückisch ist der Verlauf: Die
Blutarmut zeigt sich erst nach drei bis fünf Tagen, wenn längst niemand mehr an das
Festessen denkt.

## Was sonst noch auf dem Tisch steht

- **Xylit (Birkenzucker):** gefährlich für Hunde, nicht für Katzen.
Schon kleine Mengen können den Blutzucker abstürzen lassen, größere die Leber
schädigen. Steckt in zuckerfreien Kaugummis, Bonbons, manchen Backwaren und in
Erdnussbutter.

- **Geflügelknochen:** splittern. Die Folgen reichen von abgebrochenen
Zähnen über Verletzungen der Speiseröhre bis zum Darmverschluss. Reste so entsorgen,
dass niemand drankommt – der Kehrichtsack in der Küche zählt nicht.

- **Alkohol:** Likörpralinen sind das klassische Weihnachtsproblem.
Katzen sind besonders empfindlich; Anzeichen kommen innerhalb von 15 bis 90
Minuten.

- **Roher Germteig** ist doppelt gefährlich: Er geht im warmen Magen
weiter auf, und bei der Gärung entsteht Alkohol. Beim Kekse-Backen also nicht
unbeaufsichtigt stehen lassen.

## Der Baum und der Schmuck

- **Lametta und Engelshaar:** Katzen fressen es auffallend gern, und es
kann den Darm schwer verletzen. Am einfachsten ist es, ganz darauf zu verzichten.
Hängt irgendwo ein Faden heraus – aus dem Maul oder hinten –, **auf
keinen Fall ziehen**, sondern sofort zum Tierarzt.

- **Kerzen** nie unbeaufsichtigt brennen lassen. Ein Schwanz in
Wedelhöhe genügt.

- **Kabel und Lichterketten** ausser Reichweite verlegen – ein
durchgebissenes Kabel kann tödlich sein. Knopfbatterien verätzen Maul und
Speiseröhre.

- **Den Baum sichern**, damit er nicht kippt, und das Wasser im
Ständer abdecken: Es ist ein Bakteriennährboden.

## Die Pflanzen – und die eine, die wirklich gefährlich ist

Über
[Weihnachtssternundefined, Mistel und Stechpalme wird
viel geredet; nach der Datenlage der Giftinformationszentren führen sie meist nur zu
Magen-Darm-Beschwerden. Bei Katzen gibt es allerdings dokumentierte Einzelfälle mit
schwerem Verlauf – unerreichbar aufstellen ist also richtig.

Die eigentliche Gefahr steht meist im Blumenstrauß: **Lilien
sind für Katzen hochgiftig** und können Nierenversagen auslösen – deutlich
gefährlicher als alle klassischen Weihnachtspflanzen zusammen. Wer eine Katze hat, nimmt
Lilien gar nicht erst ins Haus.

## Wenn Besuch kommt und alles laut wird

- **Rückzugsort** herrichten: ein ruhiger Raum mit geschlossenen
Vorhängen, eine Höhle oder eine offene Transportbox – und die Regel für alle
Gäste, dass das Tier dort in Ruhe gelassen wird.

- **Leise Musik oder Radio** überlagert den Lärm von draußen.

- **Geräuschtraining** wirkt, muss aber Wochen vorher beginnen: leise
Aufnahmen, langsam lauter, immer mit etwas Gutem verknüpft.

- **Beruhigungsmittel** rechtzeitig mit der Tierärztin besprechen
– nicht am 24. Dezember.

- **Doppelt sichern:** Beim Silvesterspaziergang Halsband und Geschirr,
Freigängerkatzen über die Feiertage im Haus behalten.

## Häufige Fragen

### Wie viel Schokolade ist für einen Hund gefährlich?
Das hängt von Sorte und Gewicht ab. Bei einem Zehn-Kilo-Hund können rund 35 Gramm dunkle Schokolade oder 85 Gramm Milchschokolade schon zu Erbrechen und Durchfall führen. Backkakao ist am gefährlichsten, weiße Schokolade praktisch unbedenklich.

### Sind Rosinen für Hunde gefährlich?
Ja, und es gibt keine bekannte sichere Menge. Als Faustregel gilt bereits eine Rosine pro viereinhalb Kilo Körpergewicht als Grund, den Tierarzt anzurufen. An Weihnachten sind Christstollen, Panettone und Früchtebrot die häufigste Quelle.

### Ist der Weihnachtsstern für Katzen giftig?
Die Einschätzungen gehen auseinander. Giftinformationszentren stufen ihn als harmlos bis leicht giftig ein, es gibt bei Katzen aber dokumentierte Einzelfälle mit schwerem Verlauf. Unerreichbar aufstellen ist deshalb sinnvoll. Deutlich gefährlicher für Katzen sind Lilien im Blumenstrauß.

### Was tun, wenn die Katze Lametta gefressen hat?
Sofort zum Tierarzt – und einen sichtbaren Faden auf keinen Fall herausziehen. Verschluckte Fäden können den Darm schwer verletzen. Am einfachsten ist es, ganz auf Lametta und Engelshaar zu verzichten.

### Wie helfe ich einem ängstlichen Tier über die Festtage?
Einen ruhigen Rückzugsort herrichten, den alle Gäste respektieren, Außenlärm mit leiser Musik überlagern und Geräuschtraining rechtzeitig – Wochen vorher – beginnen. Beruhigungsmittel gehören vorher mit der Tierärztin besprochen.

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